Schluss mit der Leistungslüge - Multitasking: Klischee von Stärke

Multitasking hat sich immer mehr zum gängigen Arbeitsstil entwickelt. In vielen Unternehmen ist es normaler Alltag, möglichst viel auf einmal zu erledigen – Telefonieren, E-Mails und die Abstimmung mit dem Team. Kurzfristige Aufgaben nicht sofort zu bearbeiten, unerwartete Anrufer später zurückzurufen oder für die Anliegen von Kollegen nicht sofort ein offenes Ohr zu haben, gilt dagegen vielen als Zeichen von Schwäche, mangelnder Belastbarkeit oder gar fehlender Einsatzbereitschaft. Ein Irrtum, der Betriebe wirtschaftlich – und Arbeitnehmer gesundheitlich – teuer zu stehen kommen kann.

Das Prinzip Multitasking kommt aus der Informatik. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort „multi“ (viele) und dem englischen Wort „task“ (Aufgabe) zusammen und bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Befehle gleichzeitig auszuführen. Mit Hightech-PCs zur Erleichterung der Arbeit hat über die Jahre immer mehr auch deren Funktionsweise Einzug in moderne Unternehmen gehalten. Lange Zeit nahm man an, durch Multitasking erhöhe sich die Produktivität. Doch die Realität sieht anders aus.

Hoher volkswirtschaftlicher Schaden

Wird man beim konzentrierten Arbeiten unterbrochen, benötigt man den zehnfachen Zeitaufwand um zur eigentlichen Aufgabe zurückzukehren. Experten zufolge sind dies durchschnittlich 25 Minuten. Ein beeindruckendes Zahlenbeispiel: Schätzungsweise 28 Prozent der täglichen Arbeitszeit eines Büroangestellten – das sind etwa zwei Stunden – entfallen so auf ungewollte oder unnötige Unterbrechungen. Allein in den USA entspricht dies einer Gesamtzahl von rund 28 Milliarden verlorenen Arbeitsstunden und einem volkswirtschaftlichen Schaden von jährlich ungefähr 588 Milliarden Dollar.1

Studien zeigen: Multitasking reduziert Leistung und Produktivität

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Das Ergebnis weltweiter Forschungen: Je höher bei gleichzeitig auszuführenden Aufgaben die kognitive Beanspruchung ist, desto größer sind die Qualitätseinbußen, Zeit- und Ressourcenverluste und Fehlbeanspruchungsreaktionen durch Multitasking. Zwar lässt sich durch die Kombination einfacher Tätigkeiten wie Treppen steigen plus Telefonieren oder Fernsehen plus Essen ohne Einbußen Zeit sparen. Doch inwieweit Multitasking im Beruf tatsächlich Zeit spart oder – im Gegenteil – zu einer höheren Fehlerquote und Überforderung der Mitarbeiter führt, hängt vor allem davon ab, wie viel Aufmerksamkeit die jeweiligen Tätigkeiten erfordern.

Gehirn verarbeitet komplizierte Informationen nicht zeitgleich

Die Arbeitsforscherin Xenija Weißbecker-Klaus untersuchte in einem Forschungsprojekt an 23 Testpersonen im Alter von 20 bis 35 Jahren und 24 Personen im Alter von 50 bis 65 Jahren, ob das Gehirn zur gleichzeitigen Erfüllung zweier aufmerksamkeitsintensiver Aufgaben in der Lage ist – und ob die Fehlererkennung beeinträchtigt war, wenn Eingabefehler während eines Telefonates gemacht wurden. Das Ergebnis: Obwohl experimentell eine gleichzeitige Informationsverarbeitung angestrebt wurde, ist dies auf neuro-physiologischer Ebene im Gehirn nicht möglich. Die Reaktionszeiten im EEG zeigten, dass beide Aufgaben vom Gehirn nacheinander ausgeführt wurden. Trotz unterschiedlicher neuronaler Generatoren erfolgte die Information zeitverzögert – die ablaufenden Prozesse beeinflussten sich gegenseitig, die Ausführung der Aufgaben dauerte länger3.

Multitasking kann die Gesundheit gefährden

Kein Wunder also, dass Multitasking zu Überforderung führen kann. Der Stress-Report der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unter rund 20.000 Beschäftigten ergab, dass Multitasking von einem Großteil der im Büro Tätigen als größte Belastung (66 Prozent) empfunden wird – noch vor starkem Termin- und Leistungsdruck (60 Prozent)4. Wie nachgewiesen werden konnte, fördert Multitasking die Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Kortisol und kann so zu chronischem Stress mit all seinen negativen gesundheitlichen Folgen führen: Überforderung, Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen und Erschöpfung bis hin zum Burnout. Darüber hinaus wird beim Multitasking das Belohnungshormon Dopamin freigesetzt, das dem Gehirn signalisiert: Je mehr du arbeitest, desto glücklicher bist du. Auf diese Weise wird der Kreislauf aus Überreizung und Überforderung noch verstärkt5.

Sinnvoller Umgang mit der alltäglichen Aufgabenflut

Das natürliche Arzneimittel Neurexan® kann im Alltag dabei helfen, hohe Stressbelastung besser zu bewältigen und gelassener mit der täglichen Flut von Aufgaben umzugehen. Die Wirkstoffformel vereint Extrakte aus der Passionsblume (Passiflora incarnata), blühendem Hafer (Avena sativa), getrocknetem Kaffeesamen (Coffea arabica) in homöopathischer Dosierung mit der Wirkkraft von Kristallen, die in der Baldrianwurzel vorkommen (Zincum isova-lerianicum). Die Passionsblume (Passiflora incarnata) wirkt regulierend auf das Nervensystem. Hafer (Avena sativa) kräftigt und stärkt, wirkt bei Überforderung und Schlafstörungen. Verdünnte Auszüge aus Kaffeesamen (Coffea arabica) helfen dem Körper bei Nervosität und Schlafstörungen. Zincum isovalerianicum wirkt ebenso bei nervösen Schlafstörungen und Unruhe.

Kostenloser Expertenrat

Für Menschen mit großer Stressbelastung gibt es die kostenlose Stress-Helpline 08000 - 14 28 42. Jeden Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr beantworten auf das Thema Stress spezialisierte Ärzte und Psychologen die individuellen Fragen der Anrufer.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter www.entspannung-und-beruhigung.de

Quellen:

1M. Meckel: „Die Aufmerksamkeitskrise. Wie wir uns in einer Kultur der Zerstreuung wieder versammeln können“, Organisationsentwicklung Nr. 4, 2009

2 Eyal Ophir, Clifford Nass, Anthony D. Wagner: „Cognitive control in media multitask-ers“, published in „Proceeding of the National Academy of Sciences of the United States of America“, Vol. 106 no. 37, 15583-15587, July 20th, 2009, http://www.pnas.org/content/106/37/15583

3 X. Weißbecker-Klaus: „Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbei-tung. Psychophysiologische Untersuchung zur Analyse von Informationsverarbei-tungsprozessen“, 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeits-medizin 2014. ISBN: 978-3-88261-006-2, 83 Seiten, Projektnummer: F 2247, Papier, PDF-Datei

4 A. Lohmann-Haislah: „Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden“, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAu-A, Dortmund/Berlin/Dresden, 2012. ISBN 978-3-88261-725-2, www.baua.de/dok/3430796

5 D. Levitin: „The Organized Mind: Thinking Straight in the Age of Information Over-load“, Januar 2015, Viking, ISBN-10: 0670923109

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