Tag der inneren Balance 2015: Lärm – ein ernst zu nehmender Stressfaktor

Laubbläser, Verkehrslärm, Hundegebell – wir bekommen täglich ganz schön was auf die Ohren. Rund 83 Prozent aller Deutschen fühlen sich davon genervt. Doch Lärm ist weit mehr als nur eine reine Belästigung: Der vierte bundesweite Tag der inneren Balance am 10. Oktober 2015 unter dem Motto „Stressfaktor Lärm – wenn Stille Luxus ist“, will daher auf die enormen gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm aufmerksam machen.

Selbst wenn Stille herrscht, ist es nie ganz ruhig. Viele deutsche Städte sind im Tagesmittel durch Lärmpegel über 55 Dezibel geprägt. Kluge Vögel wie die Nachtigallen haben sich längst darauf eingestellt. Sie singen in Großstädten um 14 Dezibel lauter als ihre Artgenossen auf dem Land2. So übertönen sie den niederfrequenten Lärm der Stadt.

WHO bestätigt: Lärm kostet Lebenszeit

Wir Menschen können uns nicht so gut anpassen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen europaweit jährlich 903.000 gesunde Lebensjahre durch lärmbedingte Schlafstörungen und 61.000 durch koronare Herzkrankheiten verloren.3 Denn Lärm ist immer und überall: Autohupen, Rasenmäher, startende und landende Flugzeuge. 83 Prozent der Bundesbürger fühlen sich von Umweltlärm belästigt. Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau zeigt4: Lärmquelle Nummer eins ist der Straßenverkehr, unter dem 54 Prozent der Deutschen leiden. Fluglärm nervt jeden fünften, Schienengeratter jeden sechsten Bundesbürger. Die Geräusche der Nachbarn stören immerhin noch 40 Prozent. Oft sind die Betroffenen dabei Lärmbelästigungen aus mehr als einer Lärmquelle ausgesetzt.

Nicht nur Nervensache: Lärm kann krank machen

Die unablässigen Schallattacken haben ihren Preis. So steigert etwa ein Anstieg von zehn Dezibel im Straßenlärmpegel bei Menschen über 65 Jahren das Risiko eines Schlaganfalls um mehr als 25 Prozent. Das belegte jüngst eine dänische Studie5. Wer in der Nähe eines größeren Flughafens lebt, muss mit einer kürzeren Lebenserwartung rechnen und wird um zehn bis 20 Prozent häufiger in ein Krankenhaus eingeliefert, beweist eine Studie des Imperial College in London6. „Lärm ist also nicht nur etwas, das uns nervt, sondern auch Krankheiten verursacht. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Infarkt, aber auch Schlaganfälle, Bluthochdruck und Diabetes mellitus“, unterstreicht der Kardiologe und Angiologe Professor Dr. med. Thomas Münzel, Ärztlicher Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, anlässlich des vierten bundesweiten Tags der inneren Balance.

Bereits geringe Lärmpegel können das Herz beeinträchtigen

„Schon Geräusche über 40 Dezibel, die beispielsweise nachts in einer ruhigen Wohnstraße auftreten, stören den Schlaf und schwächen die Leistungsfähigkeit“, so Professor Münzel. Klappernde Computer-Tastaturen in einem Großraumbüro senken demnach die Produktivität um fünf bis zehn Prozent, ebenso laute Gespräche von Kollegen. In einer Studie der Arbeitsgruppe „Environmental Risks“ des Instituts für Epidemiologie II des Helmholtz Zentrums München (HMGU)7 analysierte die Epidemiologin Ute Kraus die Auswirkungen von alltäglichen Lärmpegeln auf die Herzfunktion. 110 Studienteilnehmer wurden über sechs Stunden mit Lärmdosimetern und Elektrokardiogrammen ausge-stattet und waren einem breiten Spektrum an Lärmpegeln ausgesetzt. Die Wissenschaftlerin: „Die Analyseergebnisse zeigen, dass nicht nur ein Anstieg des Lärms im Bereich über 65 Dezibel eine akute Verringerung der Herzratenvariabilität zur Folge haben kann, sondern bereits ein Anstieg des Lärms im Bereich unter 65 Dezibel.“ Eine verringerte Herzratenvariabilität birgt eine Gefahr für Herz und Kreislauf.

Lärm löst oft eine heftige Stressreaktion aus

Ein weiteres Resultat der Münchner Studie: Frauen reagierten stärker auf einen Anstieg des Geräuschpegels. Warum, ist noch nicht abschließend geklärt. Wie Professor Münzel berichtet, empfinden auch ältere Menschen, Kinder und Krankenhaus-Patienten Lärm als besonders belastend. Hinzu kommt: „Durch moderne Herausforderungen wie Multitasking reagiert der Mensch heute deutlich lärmempfindlicher als früher.“ Heftiger Ärger über unerwünschte Geräuschbelästigungen verschärft die Situation oft noch und führt zu einer körperlichen Stressreaktion. Diese kann – je nach Dauer der Lärmbelastung – chronisch werden. In diesem Zusammenhang ist die Vermutung zu sehen, dass dauerhafter Lärm zu einer Zunahme von psychischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit und Depressionen führt.

Lärmbelastung ermitteln und entgegensteuern

Schon Geräusche ab 65 Dezibel – das entspricht dem Lärm eines Rasenmähers – setzen den Körper unter Stress. Ab 80 oder 85 Dezibel ist am Arbeitsplatz ein Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben. Vor diesem Hintergrund kann es sich lohnen, die eigene Lärmbelastung zu überdenken und nach Möglichkeit zu begrenzen. Der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte stellt hierfür eine kostenlose „LärmApp“ für iOS- und Android-Smartphones zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe lässt sich die aktuelle Geräuschkulisse messen und anhand einer Lärmtabelle einordnen.

Mit natürlichen Wirkstoffen gut gegen Stress gewappnet

Weil sich gegen störende Alltagsgeräusche, zum Beispiel die zwar relativ niedrige aber dennoch Stress auslösende Geräuschkulisse im Büro, oft nur wenig ausrichten lässt, sollte man das eigene Nervenkostüm gegen Stressbelastungen stärken. Hilfreich können dabei natürliche Arzneimittel wie Neurexan® (rezeptfrei in der Apotheke) sein. Die einzigartige Wirkstoffformel vereint Extrakte aus Blüten und Blättern der Passionsblume (Passiflora incarnata), blühendem Hafer (Avena sativa), getrocknetem Kaffeesamen (Coffea arabica) in homöopathischer Dosierung mit der Wirkkraft von Kristallen eines Stoffes, der in der Baldrianwurzel vorkommt (Zincum isovalerianicum). Neurexan® stärkt die Nerven und bringt bereits nach kurzer Zeit die innere Balance zurück.

Kostenlose Stress-Helpline

Eine weitere wertvolle Hilfe im Umgang mit den Stressbelastungen des Alltags ist die kostenlose Stress-Helpline 0 8000 – 14 28 42. An jedem Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr stehen auf das Thema Stress spezialisierte Ärzte und Psychologen den Anrufern persönlich zur Verfügung.

Zum vierten Mal: Tag der inneren Balance

Der Tag der inneren Balance wurde 2012 ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr am 10. Oktober statt. Der Thementag will das öffentliche Bewusstsein für die gesundheitlichen Auswirkungen von Anspannung und dauerhaftem Stress schärfen. Experten aus Wissenschaft und Praxis arbeiten eng zusammen und befassen sich intensiv mit den Themenfeldern Stress, innere Unruhe und Schlafstörungen. In diesem Jahr steht der Thementag unter dem Motto „Stressfaktor Lärm – wenn Stille Luxus ist“.

Quellen:

1 Fraunhofer Institut: Städtelärmranking 2011 – Ein Impuls zum Nachdenken über Hörkultur und urbane Gestaltung, Pressemitteilung vom 30. September 2011

2 https://www.newscientist.com/article/dn10720-urban-songbirds-raise-their-voices-to-be-heard/

3 World Health Organization (WHO) Regional Office for Europe: Burden of disease from environmental noise, Quantification of healthy life years lost in Europe, 2011

4 Bundesumweltamt (UBA): „Lärmbelästigung“, http://www.umweltbundesamt.de/ themen/verkehr-laerm/laermwirkung/laermbelaestigung

5 Sørensen, M. et al.: Road traffic noise and stroke: a prospective cohort study. Euro-pean Heart Journal 2011; 32(6):737-744.

6 Hansell, A. et al.: Aircraft noise and cardiovascular disease near Heathrow airport in London: small area study. British Medical Journal 2013; 347:f5432.

7 Kraus, U. et al.: Individual day-time noise exposure during routine activities and heart rate variability in adults: A repeated measures study. Environmental Health Perspec-tives 2013; 121(5):607-612.

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