Acidum alpha-ketoglutaricum

Synonym: Acidum a-ketoglutaricum

Deutsche Stoffbezeichnung: alpha-Ketoglutarsäure

Verwendet wird 2-Oxopentandisäure, C5H6O5, MG 146,1.

Wirkfaktor des Zitronensäurezyklus und von Redoxsystemen. Imprägnationsphasen jeder Art, auch Asthma, Angina pectoris, Pruritus, Dermatosen, Psoriasis, Präkanzerose, Dedifferenzierungsphasen (besonders bei Beginn) zur Verbesserung der Zellatmung. Diabetes mellitus. Postapoplektische Paresen.

Unter den Katalysatoren des Zitronensäurezyklus hat besonders die a-Ketoglutarsäure hervorstechend das Symptom, dass der Patient immer zu wenig Luft bekommt, sowohl bei Asthma wie bei Emphysem, bei allergischer Rhinitis, Grippe u.a.

Besonders typisch ist das große Zerschlagenheitsgefühl, „wie gerädert“, indem das Bett als zu hart und die Bettdecke als zu schwer empfunden werden (Arnica).

Die Fenster müssen immer weit geöffnet sein (Carbo vegetabilis). Der Patient kann sich auch nicht in geschlossenen Räumen aufhalten, läuft unruhig bei Tag und Nacht umher, isst wenig oder gar nicht. Typisch ist die Verschlimmerung beim Stillsitzen oder beim Fahren (umgekehrt Acidum fluoricum und Acidum nitricum).

Indiziert ist Acidum α-ketoglutaricum bei allgemeiner Insuffizienz drüsiger Organe, auch bei endogener Fettsucht, nach Tonsillektomie, Strumaexstirpation, ferner bei Atonie des Magens, Pylorospasmus der Säuglinge sowie bei Incontinentia urinae (beim Husten) sowie bei Prostatikern und bei Enuresis nocturna.

Ein Versuch ist ferner zu machen bei Psoriasis und bei schlecht heilenden, eiternden Wunden sowie bei Warzen und Seborrhö, ferner bei Amputationsschmerzen (Kausalgien).

Das Arzneimittelbild von Acidum ketoglutaricum wurde im Januar 1995 von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

Übereinstimmende Symptome mit der Materia Medica Antihomotoxica von Dr. H.-H. Reckeweg: Erschöpfung, Ermüdung; Schwierigkeiten beim Atmen, Fließschnupfen wie bei einer allergischen Rhinitis; Ruhelosigkeit; Hautausschläge.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

  • Gemüt: Reizbarkeit, morgens schlimmer, schlimmer durch Lärm, schlimmer während Gesprächen, insbesondere mit Familienmitgliedern. Geräuschempfindlich. Ärger. Konzentrationsschwierigkeiten, insbesondere in Verbindung mit Lernen bzw. Studieren, geistige Verwirrung und Geistesabwesenheit. Geistige Stumpfheit und Vergesslichkeit. Traurigkeit, insbesondere in Verbindung mit Weinen.
  • Allgemeines: Abgeschlagenheit und Müdigkeit, verschlimmert durch körperliche Anstrengung. Schwäche. Hitzewallungen, schlimmer abends.
  • Vertigo: Schwindelig, insbesondere beim Aufstehen.
  • Kopf: Kopfschmerz, drängend sowie dumpf. Kopfschmerz in der Stirn lokalisiert. Kopfschmerz, schlimmer in den Schläfen und im Hinterkopf. Pulsieren im Kopf, insbesondere in den Schläfen und im Hinterkopf.
  • Auge: Brennende Augenschmerzen. Gesteigerter Tränenfluss, schlimmer bei Wind. Photophobie, verschwommenes Sehen.
  • Ohren: Schmerzen in den Ohren, bei denen es sich um einen dumpfen Schmerz handelt. Gefühl, als wären die Ohren verstopft, schlimmer auf der linken Seite.
  • Nase: Reichlicher, klarer Ausfluss. Viele verschiedene Arten Ausfluss aus der Nase: dick, dünn, weiß, exkoriierend. Niesen.
  • Gesicht: Jucken und Prickeln des Gesichts.
  • Mund: Jucken. Taubheitsgefühl, schlimmer am Gaumen. Metallgeschmack im Mund. Bluten des Zahnfleischs.
  • Hals: Schmerzender, wunder Hals. Entzündung und Anschwellung des Halses und der Tonsillen. Vermehrt Schleim im Hals. Anschwellen der Halslymphknoten.
  • Magen: Vermehrt Durst, starkes Verlangen nach kalten Getränken. Verlangen nach Obst. Übelkeit, schlimmer vor dem Essen und während des Essens. Übelkeit gebessert durch Hinlegen.
  • Leib: Blähungen in Verbindung mit Kollern. Aufblähung des Leibes. Krampfartige Leibschmerzen. Schmerzhafte Winde, empfindlicher Leib mit drängenden, stechenden Schmerzen.
  • Rektum/Stuhlgang: Verstopfung, muss sich beim Stuhlgang abmühen. Blähung, insbesondere während des Stuhlgangs. Weicher Stuhl. Dünner, wässeriger Stuhl.
  • Blase: Plötzlicher Drang.
  • Urin: Wolkiger, blasser Urin. Orangefarbene Verfärbung.
  • Weibliche Genitalien: Verspätetes Einsetzen der Regelblutungen. Leukorrhoe, die von bland bis aggressiv variiert. Schmerzhafte Menses. Vermindertes sexuelles Verlangen.
  • Larynx und Trachea: Reizung und Juckreiz in der Trachea. Verengerung und Kitzeln in der Trachea.
  • Atmung: Erschwerte Atmung.
  • Husten: Trockener, rasselnder Husten, schlimmer während des Schlafs.
  • Brust: Verengung in der Brust. Schmerzen und Rauheit, schlimmer beim Husten. Schwitzen auf Brust und in Achselhöhle.
  • Rücken: Rückenschmerzen. Schlimmer in der Hals- und Brustwirbelsäule. Empfindlichkeit des Rückens, die sich in Ruhelage verschlimmert.
  • Extremitäten: Schwere der Extremitäten, insbesondere der unteren Extremitäten. Prickeln der unteren Extremitäten. Zuckung. Schmerzen der unteren Glieder. Pulsierender Schmerz in den Armen und Füßen. Brennen hinter dem Knie.
  • Schlaf: Schläfrigkeit, schlimmer bei Tag und abends. Häufiges Aufwachen. Neigung, auf der rechten Seite zu schlafen.
  • Haut: Trockene Haut. Rote, fleckige Hautausschläge.
  • Schwitzen: Schwitzen während des Schlafs.