Acidum fumaricum

Deutsche Stoffbezeichnung: Fumarsäure

Verwendet wird Fumarsäure, C4H4O4, MG 116,1.

Wirkfaktor des Zitronensäurezyklus und von Redoxsystemen. Imprägnationsphasen jeder Art, auch Asthma, Angina pectoris, Pruritus, Dermatosen, Psoriasis, Präkanzerose, Dedifferenzierungsphasen (besonders im Beginn) zur Verbesserung der Zellatmung. Heuschnupfen. Allergien. Wirkt diuretisch.

Fumarsäure benötigen meist pastöse, aufgedunsene, kurzatmige Patienten mit fettiger Haut und fettigen Haaren und mit Herzbeschwerden; dabei herabgesetzte Nierenfunktion und starke Schweißneigung, etwa dem Kalium-carbonicum-Bild ähnlich.

Äpfelsäure und Fumarsäure sollten stets zusammen gespritzt werden, um Entgleisungen in der nachfolgenden Kette des Zitronensäurezyklus zu vermeiden.

Wie alle Katalysatoren des Zitronensäurezyklus wirkt auch die Fumarsäure auf die Regulierung der inneren Atmung, so bei Asthma, Heuschnupfen und bei Kopfsymptomen, die sich in frischer Luft bessern (Pulsatilla), auch bei aufgedunsenem Gesicht mit zyanotischer Verfärbung und Schwindelgefühl.

Störungen im Lipoid- und Steroidstoffwechsel mit frühzeitiger Arteriosklerose, wobei die Kombination mit Acidum malicum für die Behandlung der Hypertonie zu empfehlen ist, auch zur Embolie-Therapie und Embolie-Prophylaxe.

Eine gewisse symptomatische Ähnlichkeit besteht zu Baryum oxalsuccinicum. Der Unterschied liegt darin, dass die Krankheitserscheinungen bei dem Fumarsäure-Bild plötzlich eintreten, häufig schwanken und nach jedem Essen schlechter werden, fast stets mit hypertonen Kopfschmerzen oder mit auffallender Rötung der Haut einhergehen, während Baryum oxalsuccinicum durch die langsam schleichenden Formen mit träger Reaktion und weniger heftigen exsudativen Prozessen gekennzeichnet ist.

Beziehungen bestehen auch zur Gallenproduktion, Gallensteinbildung und der Funktion der Bauchspeicheldrüse und zu Nierenerkrankungen, speziell Nephrose mit Hypertonie und dunkelrotem zyanotischem Gesicht mit Neigung zu Kollapszuständen und kaltem Schweiß. Auf dem Harn bildet sich bei längerem Stehen eine Fetthaut (Acidum phosphoricum). Am Skrotum und am Penis finden sich Ekzeme und Suppurationen.

Auch bei entzündlichen Erkrankungen der Genitalorgane, bei Ovariitis, Orchitis, Parametritis, auch bei Fluor albus und Sterilität der Frauen kann Fumarsäure nützlich sein, speziell wenn psychische Veränderungen vor den Menses auftreten sowie bei Schwangerschaftserbrechen mit starkem Kopfschmerz und erhöhtem Blutdruck.

Auch Wallungen im Klimakterium können durch Acidum fumaricum günstig beeinflusst werden.

Das Arzneimittelbild von Acidum fumaricum wurde im Juni 1995 von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

Übereinstimmende Symptome mit der Materia Medica Antihomotoxica von Dr. H.-H. Reckeweg: Starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Neigung zu Kollapszuständen.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

Gemütslage: Angst um Geld. Nach innen gerichtet, mit Abneigung dagegen, Gesellschaft um sich zu haben. Empfindsam anderen gegenüber, sanftes und ruhiges Naturell. Gleichgültigkeit. Lebhafte und seltsame Träume. Furcht, es könne etwas Schlimmes geschehen.

  • Allgemeines: Starkes Verlangen nach Essen. Hat Verlangen nach Salz, Käse, Würsten, Joghurt, Süßigkeiten. Schwächegefühl.
  • Schwindel: Schwindel, fühlt sich so, als sei ihr schwindelig. Schwindel beim Stehen.
  • Kopf: Kopfschmerzen, schlimmer in der Stirn. Drückende Kopfschmerzen, bessern sich durch Essen. Volles Gefühl überall im Kopf. Schweregefühl des Kopfes.
  • Auge: Dickflüssige Absonderung mit Tränenfluss. Schläft mit offenen Augen. Verschwommenes Sehen.
  • Nase: Niesen. Katarrh dehnt sich aus zu den Stirnhöhlen, in Verbindung mit postnasalem Tröpfeln.
  • Gesicht: Akne, schlimmer am Kinn. Prickelndes Gefühl im Gesicht und auf den Lippen.
  • Mund: Metallischer Geschmack im Mund. Wechselndes Geschmacksempfinden im Mund.
  • Hals: Halsentzündung, schlimmer beim Schlucken. Wundes Gefühl im Hals. Schweregefühl im Hals. Es scheint, als sei ein Kloß im Hals.
  • Magen: Übelkeit, schlimmer vor und nach dem Essen. Gesteigerter Durst. Verminderter Appetit.
  • Leib: Aufblähung des Leibes und schmerzhafter Flatus, abends schlimmer.
  • Rektum: Verstopfung, Drang wirkungslos.
  • Stuhl: Harte, kleine Stühle. Flockige Stühle, schwer auszuscheiden.
  • Blase: Blut im Urin. Schmerzen vor und während der Blasenentleerung.
  • Genitalien, weibliche: Reichlich vaginale Absonderung. Erhöhte Häufigkeit der Regelblutungen. Schmerzhafte Regelblutungen.
  • Kehlkopf/Luftröhre: Rauheit, Schwäche der Stimme, besonders nach dem Sprechen.
  • Husten: Trockener Husten.
  • Atmung: Atmen schwierig, schlimmer während Anstrengung, und sie fühlt, als könne sie nicht genug Luft einatmen.
  • Brust: Brustschmerzen hinter dem Brustbein. Gefühl von Pulsieren des Herzens.
  • Rücken: Unten auftretender Schmerz, schlimmer im sakroiliakalen Bogen auf der rechten Seite. Schlimmer im Stehen und besser durch Bewegung.
  • Extremitäten: Schwellung, schlimmer in den Fingern. Schwäche in den unteren Extremitäten.
  • Schlaf: Schläft auf der linken Seite. Erholungsschlaf. Häufiges Aufwachen mit dem Verlangen, die Blase zu entleeren.