Anthrachinonum

Deutsche Stoffbezeichnung: Anthrachinon

Verwendet wird Anthrachinon, C14H8O2, MG 208,2.

Regeneriert nach W. F. Koch (USA) die blockierten Zellatmungsfermente durch „Wegbrennen“ angelagerter Toxine (Amine u.a.), ist daher bei allen zellulären Phasen indiziert (Imprägnierungs-, Degenerations- und Dedifferenzierungsphasen).

Da Anthrachinon als Ausgangsstoff für zahlreiche chemische Produkte zur Schönung und Haltbarmachung der Lebensmittel dient und außerdem der Wirkstoff zahlreicher Laxantien ist, ist Anthrachinon neben Hydrochinon eines der meist gebrauchten Chinone. Es wirkt auf die Regulierung der Atmungskettenfunktion.

Alles schlägt auf den Darm mit Durchfällen. Hypotonie lässt sich durch fast kein anderes Mittel besser beeinflussen. Bei kaum einem Mittel sind die Gereiztheit und das Elendsgefühl bei Darmstörungen vom Kleinkind bis ins Greisenalter so ausgeprägt wie bei Anthrachinon.

Bei Lungenaffektionen, Pleuritis, Pneumonie und Erkältungskrankheiten der Luftwege findet sich meist auch ein Erguss.

Auch Nierenerkrankungen reagieren auf Anthrachinon, speziell wenn gleichzeitig durchfällige Stühle mit großem Elendsgefühl und rasenden Kopfschmerzen vorhanden sind.

Bei Prostatakrebs weisen ständige Erektionen und schmerzhafte Abgänge eitrigen Sekretes auf Anthrachinon hin, ebenso bei Gebärmutterkrebs, wenn wässriger, brauner Ausfluss vorliegt mit großer Müdigkeit und eventuell Aszites. An der Haut zeigen sich besonders in den Beugen rote, stark juckende Pusteln, die immer wieder neuen Flecken Platz machen und sich im Zusammenhang mit der Darmträgheit verschlechtern und bessern, wobei quälender Juckreiz, besonders abends im Bett, vorliegt und auch Pruritus vulvae.

Das Arzneimittelbild von Anthrachinon wurde im September 1996 von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

In der Arzneimittelprüfung wurde festgestellt, dass Anthrachinon besonders signifikante Effekte auf weibliche Prüfer hatte. Die Symptome betrafen insbesondere die psychosexuelle Sphäre der Prüfer. Es waren ein Gefühl von verstärktem Selbstvertrauen und Optimismus feststellbar, aber auch Gereiztheit gegenüber Familienmitgliedern und vermehrtes sexuelles Verlangen.

Übereinstimmende Symptome mit der Materia Medica Antihomotoxica von Dr. H.-H. Reckeweg: Erkältungskrankheiten der Luftwege, Darmstörungen, Diarrhöen, auch Darmträgheit sowie Schwächegefühl und Hautausschläge, Gereiztheit und Elendsgefühl sowie brauner Ausfluss bei Frauen.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

  • Gemütslage: Konzentrationsschwierigkeiten während Gesprächen. Gefühl von größerem Selbstvertrauen. Schüchtern bei Erscheinen in der Öffentlichkeit. Unzufrieden. Träume, die nach dem Wiedereinschlafen fortgesetzt werden. Reizbarkeit gegenüber der Familie oder wegen Lappalien. Macht Fehler, indem sie falsches Wort ausspricht oder schreibt. Optimistisch. Traurigkeit mit Weinen und Selbstmitleid. Empfindlich gegenüber traurigen Geschichten und Traurigkeit. Schnelle Gedanken. Angst vor der Zukunft oder beim Tanzen. Furcht, verletzt oder angeschaut zu werden.
  • Allgemeines: Energie gesteigert. Essenswünsche beziehen sich auf Speiseeis, Fleisch, Süßigkeiten, oder Speisen mit Salz, Joghurt. Abneigung gegen Süßigkeiten. Müdigkeit. Schwäche oder Schmerzen in Gelenken und Muskeln.
  • Schwindel: Nachvornneigen mit Gefühl von Schweben beim Sichwiederaufrichten. Besser nach dem Essen.
  • Kopf: Beim Einschlafen Geräusche im Kopf. Kopfschmerzen beim Aufwachen. Pochen in der Stirn, hinter den Augen oder in den Schläfen. Heftiges Kribbeln an der Stirn. Abnahme im Auftreten von Kopfschmerzen.
  • Ohr: Schmerzhafte Pustel hinter dem Ohr. Heftige Ohrenschmerzen im rechten Ohr.
  • Nase: Verstopfung. Milde grüne Absonderung nur beim Naseputzen.
  • Mund: Aphthen auf der Zungenspitze. Anschwellen des oberen und unteren Zahnfleischs, das empfindlich ist.
  • Gesicht: Ausschlag am Kinn, d.h. ein rotes Exanthem am Kinn oder Pusteln.
  • Hals: Trockenheit. Brennende Schmerzen.
  • Magen: Appetit vermindert. Schmerzen von Blähungen. Blitzartige Schmerzen von Gasen. Übelkeit.
  • Leib: Aufgeblähtsein vor Eintreten der Regelblutungen oder von Gasen. Schweregefühl im Leib vor Eintreten der Regelblutungen. Krampfartige Schmerzen mit Diarrhö oder von Gasen. Schneidende Schmerzen vor dem Stuhlgang. Aufgeblähtsein in der Nabelgegend entweder beim Aufwachen, oder wenn gewöhnlich die Regelblutungen einsetzen. Blähungen. Schweregefühl. Empfindliche Schmerzen in der Darmbeingegend.
  • Rektum: Verstopfung, die schmerzhaft ist, oder von unvollständiger Entleerung herrührt, mit wirkungslosem Drang oder unter Pressen. Diarrhö, die plötzlich eintritt, schmerzhaft ist, oder sich bessert beim Hinlegen. Völlegefühl. Schmerzen vor, während und lange Zeit nach dem Stuhlgang. Schneidende, brennende oder ziehende Schmerzen während des Stuhlgangs. Wirkungsloser Drang. Druckgefühl, als ob Diarrhö eintreten würde. Abends Flatus.
  • Stuhlgang: Harte geformte Kugeln. Dünn, wässerig. Häufig. Abgang ohne ziehende Schmerzen, Bluten, Pressen oder Schmerzen nach dem Stuhlgang. [Geheilt.]
  • Blase: Häufige Blasenentleerung besonders nachts.
  • Genitalien, weibliche: Regelblutungen mit hellrotem Blut, übermäßige Blutung und große Klumpen wie Brocken von Leber. Regelblutungen entweder häufig oder intermittierend oder spärlich. Schneidende, stechende und lanzinierende Schmerzen in der Vagina, die flüchtiger Art sind. Sexuelles Verlangen gesteigert. Fühlt sich femininer und sexy. Herpesausschlag auf Schamlippe.
  • Expektoration: Schleim, dickflüssig und grünlich, und schlechter Geschmack nimmt ab. [Geheilt.]
  • Atmung: Einatmen fällt schwer.
  • Brust: Enge in Brust und Hals.
  • Rücken: Hautausschlag von Gürtelrose. Rückenschmerzen durch Verstopfung. Empfindlichkeit der Lendengegend.
  • Extremitäten: Wadenkrämpfe. Schwellung des rechten Knies oder der Beine. Zittern der Arme, Hände und Finger. Schwäche von Unterarm, Händen, Fingern oder linkem Bein. Anhaltende Schmerzen in den Hüften oder in der Wade. Empfindliche Schmerzen in Knie, Wade oder Oberarm. Kontraktion eines Beins. Krampf in der linken Hüfte und im linken Oberschenkel.
  • Haut: Trocken und juckend am Nacken und im oberen Schulterbereich.