Cuprum metallicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Kupfer

Verwendet wird Kupfer, Cu, AG 63,5. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Kupfer hat einen eng umrissenen Wirkungsbereich, wobei Krämpfe im Vordergrund stehen. Diese pflegen häufig von den Fingern und Zehen aus- und gegebenenfalls mit Bewusstseinsverlust einherzugehen. Solche krampfartigen Zustände können sich bei Dysmenorrhö bei Magen-Darm-Koliken, bei Nierenkoliken (hier besonders links indiziert), bei Wadenkrämpfen, bei Muskelkrämpfen infolge von Cholera, aber auch bei Epilepsie und ähnlichen Erkrankungen finden und besonders nachts ausgeprägt sein. Dabei kommt dem Kupfer auch eine gewisse Bedeutung bei der Therapie retoxischer Imprägnationsphasen zu, das heißt, besonders nach Hemmung von Ausscheidungen, Ausschlägen usw.

Bei Chorea minor ist Cuprum ebenfalls indiziert und besonders bei Keuchhusten, speziell wenn stundenlanges, krampfartiges Husten vorliegt. Auch bei Asthma ist Kupfer angezeigt, wenn krampfhaftes Erbrechen bei Beendigung des Anfalles erfolgt. Auch bei Cholera finden sich heftiges Erbrechen, sowie Durchfall, Angstgefühl in der Magengrube und Konvulsionen der Extremitäten, Kälte und Blaufärbung des Körpers, krampfhaftes Zusammenschnüren der Brust, Dyspnoe und chronische Krämpfe, die auf Cuprum arsenicosum (und Veratrum album) als Simillima hinweisen. Hier kann Cuprum lebensrettend wirken. Cuprum ist weiterhin das Metall der Niere, und zwar ist es nach Prof. Müller (Titisee) bei den mit Hypotonie einhergehenden Nierenerkrankungen indiziert, während bei den hypertonen Formen der Nierenerkrankungen Plumbum als Metall angezeigt ist. Linksseitige Nierenkoliken reagieren offenbar besser auf Kupfer als rechtsseitige, bei denen Arsenicum gut wirkt.

Dahlke beschreibt noch eine Modalität von Kupfer, wonach der Husten und das Erbrechen, die Kupfer erfordern, durch einen Schluck kalten Wassers gebessert werden. Auch bei Hydrocephalus acutus, Zahnkrämpfen und besonders auch bei inveterierten Hautausschlägen soll Kupfer wirksam sein, besonders wenn diese flechten- und krätzeartig sind und sehr stark jucken, wobei sich eventuell Geschwüre in den Gelenkbeugen bilden. Die Reifung tiefer Abszesse soll durch Kupfer beschleunigt werden. Auch bei inveterierter Lues, Ankylosen, Kontrakturen und Gelenkeiterungen hat sich Kupfer bewährt. Dabei besteht eine große Muskelschwäche, häufig kleiner und schneller Puls, wobei die Schmerzen übrigens die Neigung haben, überall hin auszustrahlen. Auch Kollaps und Kälte der Körperoberfläche mit Zyanose und Dyspnoe können vorhanden sein, ferner Heiserkeit und Glottiskrampf, der durch Kalttrinken gebessert wird. Auch bei Kehlkopftuberkulose kann sich Kupfer als nützlich erweisen.

Kupfer wirkt offensichtlich auf die Blutbildung, besonders nach Eisenmissbrauch.

Verschlimmerung erfolgt allgemein durch heißes Wasser sowie nachts und ante menses, Besserung durch Kalttrinken und Druck.

Ein Blick auf die Toxikologie der Kupferverbindungen zeigt bei Einwirkung sehr großer Mengen (1 Gramm) eine heftige Entzündung der Magen-Darm-Schleimhaut mit quälendem Erbrechen, Kolikschmerzen und Durchfällen, während bei Mengen von 0,2 Gramm nur Ekelgefühl, Erbrechen und Durchfälle auftreten und bei noch kleineren Mengen bis etwa 0,03 Gramm eine Abnahme des Appetits und im Umkehreffekt Obstipation beobachtet werden.

Da Kupfersalze auch industriell in großem Umfang Anwendung finden und Kupfervergiftungen auch als Gewerbekrankheit auftreten, soll man in solchen Fällen auf grünliche oder grünlich-gelbe Färbung der Haare, des Gesichtes, der Augen und Zähne achten, wobei am Zahnfleisch auch ein Kupferrand auftreten kann.

Kupfervergiftungen können ähnliche Erscheinungen wie Bleivergiftungen bewirken, wobei sich die Kupferkolik von der Bleikolik dadurch unterscheidet, dass nach den Kolikanfällen meist diarrhöische Stühle auftreten.

Wenn die gesamten Kupfersymptome zusammengefasst werden, so ergibt sich folgende Übersicht:

  • Krampfmittel par excellence: Wadenkrämpfe, Dysmenorrhö, Nierenkoliken, Muskelkrämpfe und Gliederkrämpfe (bei Cholera).
  • Konvulsionen bei Epilepsie, Eklampsie, Urämie, wobei tonische und klonische Krämpfe abwechseln können, die meist mit Ziehen in Fingern und Zehen beginnen und von da über den ganzen Körper strahlen.
  • Keuchhusten und Asthma mit krampfhaftem Erbrechen bei Beendigung des Anfalles.
  • Opisthotonus und Masseterkrämpfe. Abdominalneuralgien, Darmspasmen.
  • Arteriosklerose. Nephrose und Nierenerkrankungen.
  • Kontrakturen, Ankylosen, Gelenkeiterungen auf der Basis einer inveterierten Lues.
  • Inveterierte Hautausschläge mit Jucken und Geschwüren in den Gelenkbeugen.
  • Schmerzen werden gebessert durch Kalttrinken und Druck, verschlimmert durch heißes Wasser nachts und vor der Menstruation.

Es ergibt sich daraus, dass Kupfer bei zahlreichen heftigsten und bedrohlichen, meist akuten, aber auch bei chronischen Zuständen mit Erfolg eingesetzt werden kann. Die Wirkung der Kupfersalze ist ähnlich der von Cuprum metallicum. Verwandt werden speziell Cuprum aceticum, Cuprum sulfuricum und Cuprum arsenicosum, welch letzteres besser bei Neuralgien, Nephrose und Urämie zu wirken scheint, soweit man hier noch eine Wirkung im Umkehreffekt erwarten darf, vor allem in Koppelung mit zusätzlichen Methoden (Suis-Organ-Therapie).

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Cuprum metallicum die folgenden Hauptindikationen für Cuprum im Bundesanzeiger veröffentlicht: Cerebrales Anfallsleiden. Muskelkrämpfe. Krämpfe der glatten Muskulatur, des Magen-Darm-Kanals, der Atemorgane, der Gefäße, der Herzkranzgefäße. Kreislaufversagen.