Galium aparine

Deutsche Stoffbezeichnung: Klebkraut

Verwendet werden die frischen oberirdischen Teile blühender Pflanzen von Galium aparine L./Rubiaceae.

Galium aparine wird in der Volksmedizin gegen Krebs innerlich und äußerlich angewendet, ebenso gegen skrofulöse Anschwellungen und Geschwüre.

Galium aparine wirkt besonders auch auf die Harnorgane und soll Nierengrieß und Nierensteine auflösen können. Hale erwähnt nach C. Heinigke (Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre, dritte Auflage 1922) die Beseitigung einer harten krebsartigen Geschwulst der Zunge bei einer 60jährigen Frau.

Nach Boericke ist Galium aparine außerdem nützlich bei Wassersucht, Dysurie und Zystitis und soll die Macht besitzen, die Weiterentwicklung eines Karzinoms zeitweise aufzuheben oder zu mäßigen. Klinisch wurde die Anwendung bei kanzerösen Ulzera und knötchenartigen Tumoren der Zunge bestätigt. Alte Hautbeschwerden und Skorbut werden beeinflusst. Ferner fördert Galium aparine Granulationen bei ulzerierenden Oberflächen.

Galium aparine hat – vornehmlich in Verbindung mit sonstigen biologischen Antikarzinomatosa sowie mit Extrakten sonstiger Galium-Arten – einen kräftigen Effekt im Sinne der regressiven Vikariation, das heißt es vermag die durch Unterdrückung von akuten Krankheiten, von Hautausschlägen, Ausscheidungen usw. hervorgerufenen zellulären Phasen, eventuell aber auch noch Degenerationsphasen und beginnende Dedifferenzierungsphasen biologisch richtig zurückzuführen im Sinne der regressiven Vikariation. Dabei hat sich Galium aparine auch als ein sehr wichtiges Geriatrikum erwiesen mit Regulierung zahlreicher mehr oder weniger gestörter vegetativer Grundfunktionen, wie sie auch für die Präkanzerose charakteristisch sind und die Grundlage zahlreicher Altersbeschwerden bilden.

Bei der Prüfung von Galium aparine zeigten sich (bei Anwendung von Galium aparine bei retoxischen Phasen, z.B. bei Elephanthiasis) dann erhebliche regressive Vikariationen mit Akutwerden der ursächlich zu der Elephanthiasis führenden Erkrankungen, das heißt von akutem Erysipel, so dass es schwierig war, die richtige Dosis zu finden, welche neben gewünschter Wirkung eine Schädigung des Patienten durch zu heftige Abbaureaktionen ausschloss. Hier waren vielfache Prüfungen an einem größeren Patientengut erforderlich. Nach einmal erfolgter Festlegung der für die Erzielung milder regressiver Vikariationen erforderlichen Dosierung war dann die Verwendung auch in sonstigen Kombinationspräparaten möglich geworden, wobei der Mechanismus der Galium-aparine-Wirkung bei der Zusammensetzung verschiedener Biotherapeutika und homöopathischer Antihomotoxika zum Tragen kommt.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Galium aparine die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Nierensteinleiden. Geschwüre besonders der Zunge.