Kalium bichromicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Kaliumdichromat

Verwendet wird Kaliumdichromat, K2Cr2O7, MG 294,2. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Die aus Kaliumdichromat zubereiteten Arzneilösungen können bei einigen charakteristischen Symptomen hilfreich sein, zum Beispiel bei katarrhalischen Affektionen der Schleimhäute der Luftwege, des Magen-Darmtraktus sowie der weiblichen Genitalien, ferner bei Schmerzen, die an kleinen Stellen auftreten und wandern, wobei eventuell katarrhalische mit rheumatischen Beschwerden abwechseln können, zum Beispiel auch Hackenschmerz.

Typisch ist dabei das rasche Auftauchen und baldige Verschwinden vieler Beschwerden, ferner eine Morgenverschlimmerung, wobei der Aufenthalt in frischer Luft eine Besserung bringt. Charakteristisch für Kalium bichromicum sind Kopfschmerzen, nach Flimmerskotom auftretend, eventuell verbunden mit Schwindel und Schwere des Kopfes sowie mit Stichen in der Schläfengegend, auch Stirnkopfschmerz, der früh beginnt, im Laufe des Tages sich steigert und gegen Abend verschwindet.

Besonders charakteristisch für Kalium bichromicum sind die bei Katarrhen der Nebenhöhlen, der Nase, der Bronchien usw. auftretenden Absonderungen zähen und fadenziehenden Schleimes, der kaum herausgebracht werden kann und eventuell in Strähnen aus dem Mund heraushängt.

Entzündungen der Augenlider und Konjunktivitis sind ebenfalls eine Indikation für Kalium bichromicum, wenn dabei Ulcera corneae gefunden werden, die locheisenartig ausgestanzt sind. Ebensolche Geschwüre können sich auch am Zahnfleisch, auf der Zunge, an den Lippen, aber auch auf der Magenschleimhaut finden (Ulcus ventriculi et duodeni). Dabei besteht oft ein dickschleimiger gelber Zungenbelag oder auch eine trockene, glatte, glänzende oder rissige Zunge bei Stomatitis ulcerosa oder auch bei Tonsillitis.

Akute Gastroenteritis, verbunden mit Erbrechen von klarer, heller Flüssigkeit oder von schleimigen, galligen Massen, auch Bluterbrechen, Blähungskoliken, ruhrartige Entleerungen mit Tenesmen können gut auf Kalium bichromicum ansprechen, ebenso wie Kalium bichromicum auch nützlich bei Balanitis und Prostatitis (mit Schmerzen bei Bewegung) sein kann sowie bei beginnender Urinsperre mit reichlicher Konkrementbildung, ferner bei eitrigem Fluor albus.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes typische Arzneimittelbild:

  • Subakute bis chronische Affektionen katarrhalischer Art mit locheisenartig ausgestanzten Geschwüren. Ulcera corneae (auch auf luetischer Basis).
  • Akute Stomatitis ulcerosa und Gastroenteritis. Chronische Ulkusleiden, besonders bei Potatoren.
  • Fluor albus. Colpitis et Vulvitis ulcerosa mit Lenden- und Leibschmerzen.
  • Chronisch-rheumatische Muskel- und Gelenkaffektionen, wechselnd mit Katarrhen.
  • Flimmerskotom mit Stirnkopfschmerz. Anosmie. Flimmerskotom lässt nach, dafür tritt typischer Kopfschmerz an einer eng umschriebenen Stelle ein.
  • Fadenziehender Schleim, der in Strähnen aus dem Mund heraushängt.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Kalium bichromicum die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Schleimhautentzündungen der Atemwege, des Magen-Darm-Kanals, des Harnsystems. Chronische Geschwüre der Haut. Nervenschmerz und Rheumatismus.