Nadidum

Synonym: Nicotinamid-adenin-dinucleotid

Deutsche Stoffbezeichnung: Nadid

Verwendet wird Nadid, Diphosphopyridinnucleotid (DPN), NAD, C21H27N7O14P2, MG 663,45.

Besonders die wasserstoffübertragenden Enzyme der Gärung sowie der Glykolyse und zahlreicher anderer Aktionen enthalten als wirksame Gruppe Dinukleotide, von denen eine Base das Nicotinsäureamid, ein Pyridinderivat, ist. Da sie zwei bzw. drei Phosphorsäuregruppen im Molekül enthalten, nennt man sie auch Diphospho-Pyridin-Nucleotid, abgekürzt DPN, und Triphospho-Pyridin-Nucleotid (TPN).

Die wichtigste Funktion von Nadid ist die Sammelbeckenfunktion für den Wasserstoff, der in der Atmungskette durch eine gerichtete Anordnung der Enzyme aufgrund der Redoxpotentiale der prosthetischen Gruppen weitergegeben wird. Der Wasserstoff wird von dem reduzierten Pyridin-Nucleotid weiter an die Flavoproteine abgegeben, die ihrerseits wieder vom Cytochrom oxydiert werden. Hierbei wird der Wasserstoff ionisiert. Im Valenzwechsel des Eisens werden ausschließlich die Elektronen übertragen, wobei in der Endstufe die Übertragung auf den Sauerstoff durch die Cytochromoxydase erfolgt.

Die auf den einzelnen Stufen der Atmungskette freiwerdende Energie der Oxydation wird als chemische Energie abgefangen und in Form von ATP (Adenosintriphosphat) gespeichert, was als oxydative Phosphorylierung bezeichnet wird, die sich auf den Mitochondrien als „Kraftwerken“ der Zelle abspielt. Es wird deutlich, dass Nadid als Garant dieser wichtigen Umsetzungen bedeutende intermediäre Funktionen, speziell auch bei der Zellatmung zu erfüllen hat; Nadid ist daher bei Imprägnations- und Degenerationsphasen indiziert.

Dabei wird Nadid im Allgemeinen mit beigeordneten Wirkfaktoren gekoppelt und in Kombinationspräparaten zur Aktivierung beziehungsweise Potenzierung bestimmter Funktionen im Sinne E. Bürgis eingesetzt.

Das Arzneimittelbild von Nicotinamid-adenin-dinucleotid (Nadid) wurde im November 1994, überarbeitet im Januar 1995, von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

  • Gemüt: KONZENTRATIONSSCHWIERIGKEITEN. Plötzliche mentale Erschöpfung zusammen mit Schwäche des Erinnerungsvermögens. Gedächtnisschwäche, besonders hinsichtlich Terminen und Orten. Mentale Reizbarkeit. Wahnvorstellungen, die Welt sei künstlich oder aus vom Menschen hergestellten Gegenständen gemacht. Gesteigerte mentale Empfindlichkeit, besonders gegenüber Geräuschen.
  • Kopf: Prickeln des Kopfes. KOPFSCHMERZ, in den Schläfen. Kopfschmerz, schlimmer auf der linken Seite. Kopfschmerz, der sich zum Kiefer hin ausdehnt. Ein flüchtiges Gefühl von Schmerzen, Hitze oder Fiebrigkeit des Kopfes.
  • Ohren: SCHARFE, STECHENDE SCHMERZEN IM OHR, in jedem beliebigen Augenblick den Tag oder die Nacht hindurch. Ohrenschmerzen schlimmer auf der linken Seite.
  • Nase: Schnupfen (klar und nicht reizend), der den Tag hindurch auftritt, aber abends schlimmer ist.
  • Gesicht: Prickeln im Unterkiefer und Kinn. Prickeln, das sich vom rechten Unterkiefer bis zum Kinn erstreckt.
  • Mund: Kleine, nicht schmerzhafte Schwellungen überall auf der Zunge, aber schlimmer auf der linken Seite.
  • Hals: SCHMERZENDER, WUNDER HALS (HALSENTZÜNDUNG). Halsschmerzen schlimmer auf der rechten Seite. Halsschmerzen, die durch Schlucken schlimmer werden.
  • Magen: ÜBELKEIT, manchmal stark, manchmal leicht. Appetitverlust. Verlust des Verlangens nach Nahrungsmitteln, nach denen sie gewöhnlich stark verlangt hat. Verlangen nach Alkohol.
  • Leib: LEIBSCHMERZEN. Durch Gase verursachte Schmerzen, gewöhnlich schlimmer während der Nacht, nach dem Zubettgehen. Scharfe, intermittierende, flüchtige Schmerzen im Leib.
  • Rektum/Stuhlgang: Verstopfung mit wirkungslosem Pressen und Drücken. Die Stühle kommen hart und in der Größe von Murmeln. Lose Stühle zusammen mit Winden. Winde vermehrt.
  • Weibliche Genitalien: Gesteigertes sexuelles Verlangen. Intermittierendes vaginales Jucken, manchmal schlimmer morgens und manchmal schlimmer nachts.
  • Blase: Verminderte Häufigkeit des Wasserlassens.
  • Brust: Scharfe Schmerzen in den linken Rippen. Brustschmerzen, die beim Einatmen schlimmer sind. Gefühl, als sprudle etwas innerhalb der Brust (was sie später als ihr Herz erkannt hat).
  • Rücken: Rückensteifheit.
  • Extremitäten: Krampfartiger Schmerz in den Schenkeln, auf beiden Seiten. Schmerzen in den oberen Gliedmaßen, besonders in der linken Schulter.
  • Schlaf: Tiefer schwerer Schlaf. Hat die Uhrzeit, zu der sie normalerweise aufwacht, verschlafen (was sie seit Jahren nicht getan hat). Unruhiger Schlaf, Sich-Herumwälzen und -Drehen. Träume von bizarren und ungewöhnlichen Dingen, erotische Träume, angstvolle Träume.
  • Allgemeines: Verschlimmert durch heißes feuchtes Wetter.