Natrium diethyloxalaceticum

Synonym: Natrium oxalaceticum

Deutsche Stoffbezeichnung: Natriumoxalazetat

Verwendet wird Natriumdiethyloxalacetat, Dinatriumoxaloacetat, C8H11O5Na, MG 210,2.

Die durch die Dehydrierung aus der Äpfelsäure hervorgehende Oxalessigsäure weist, wie alle Katalysatoren des Zitronensäurezyklus, sehr enge Beziehungen zur inneren Atmung der Gewebe auf.

Die Hauptindikationen sind: Wirkfaktor des Zitronensäurezyklus und von Redoxsystemen. Imprägnationsphasen jeder Art, auch Asthma, Angina pectoris, Pruritus, Dermatosen, Psoriasis, Präkanzerose, Dedifferenzierungsphasen (besonders im Beginn) zur Verbesserung der Zellatmung.

Eine wichtige Indikation ist die Anfälligkeit gegen Erkältungskrankheiten sowie eine Überempfindlichkeit gegen Eiweiß und Fett in der Nahrung sowie gegen Wind und Feuchtigkeit. Auch bei akuten Infektionskrankheiten kann die zusätzliche Darreichung von Natrium oxalaceticum (z.B. zu Acidum fumaricum) die Heilung erheblich beschleunigen, bei akuten Fällen in D6, bei chronischen in D12 zu verabreichen.

Spezielle Indikationen sind Schwindel, der auf sonstige Therapeutika nicht anspricht, Status vor und nach Apoplexie, asthmatische Bronchitis, ferner Sinusitis, Otitis media, alle akuten und chronischen Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes, der Lungen und Bronchien. Natrium oxalaceticum vermag in manchen Fällen den akuten Schnupfen zu kupieren.

Verlust des Geruchsinns nach chemischen Einwirkungen, ebenso Verminderung des Tastsinnes und Beeinträchtigung des Geschmacksinnes mit Neigung zum Nachwürzen und Verlangen nach Saurem, Salzigem oder Schokolade.

Natrium oxalaceticum soll bei Patienten, die auf gut gewählte Therapeutika nach längeren oder rezidivierenden Infektionskrankheiten nicht ansprechen, ein guter Katalysator sein, besonders auch bei unbestimmten Krankheitsbildern, nach Arzneimittelvergiftungen. Überall auftretende und umherziehende Nervenschmerzen, die sich an der Grenze des Erträglichen halten, mit Überempfindlichkeit gegen Lärm, Licht und Berührung.

Kinder sind reizbar und cholerisch mit Konzentrationsschwächen.

Blutdruckerhöhungen nach Flugreisen. Postapoplektische Paresen (neben sonstigen Homöopathika).

Akute und chronische Gastritis. Ulcus duodeni und sonstige entzündliche Erkrankungen des Magens und Darmkanals, die fast alle durch Natrium oxalaceticum günstig beeinflusst werden. Übermäßiges Schwitzen bei Tag und Nacht mit Gelbfärbung der Wäsche. Nephrolithiasis. Niereninsuffizienz. Schweiß riecht nach Ammoniak.

Vaginismus. Adnexitis, Ovariitis, Mastitis. Prostatitis, auch Neoplasien. Hartnäckige rheumatische Beschwerden und gichtige Affektionen, auch nässende, allergische Ekzeme, die mit Asthma abwechseln (vikariieren).

Das Arzneimittelbild von Natrium oxalaceticum wurde im Januar 1995 von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

Übereinstimmende Symptome mit der Materia Medica Antihomotoxica von Dr. H.-H. Reckeweg: Schwindel, körperliche Sensibilität, verstopfte Nase, Erkältungen, Gastritis, Hautausschläge, übermäßiges Schwitzen.

  • Gemüt: REIZBARKEIT im Allgemeinen. Reizbarkeit gegenüber eigener Familie und Aversion gegen diese. Boshaft, ärgerlich. Geschäftig, Gefühl, zur Eile angetrieben zu werden, mit dem Wunsch, mehrere Dinge auf einmal zu tun, besonders während man bei der Arbeit ist. Schnelle Gedanken, die wandern. Gedanken an die Zukunft. Angst/Bangigkeit aus keinem ersichtlichen Grund. Weinen ohne Anlass. Traurigkeit. Wunsch, mit anderen zusammen zu sein, jedoch verschlimmert, als er mit anderen zusammen war. Geistige Verwirrung, schlimmer in Anwesenheit anderer. Wahnvorstellung, sie schwebe. Weites Gefühl bewusstseinsmäßig. Singen in ihrem Kopf.
  • Allgemeines: Allgemeine REIZBARKEIT, besonders körperliche Reizbarkeit. Besser nachmittags. Gefühl, als träten Hitzewallungen auf.
  • Vertigo: Vertigo. Vertigo in Verbindung mit Hitze und mit Hitzegefühl im Gesicht. Vertigo von Bewegung. Vertigo zusammen mit Übelkeit.
  • Kopf: SCHWERE, INTENSIVE KOPFSCHMERZEN. PULSIERENDE, HÄMMERNDE KOPFSCHMERZEN. Kopfschmerz in der Stirn. Kopfschmerz, schlimmer an den Seiten (in erster Linie in den Schläfen) und von einer Seite zur anderen wechselnd. Kopfschmerz schlimmer morgens und auch schlimmer nach dem Baden. Kopfschmerzen schlimmer abends. Kopfschmerzen mit Hitzewallungen. Kopfschmerzen mit dem Gefühl, der Kopf werde in einem Schraubstock zusammengequetscht. Kopfschmerz im Hinterkopf, der sich über den Kopf nach vorn zur Stirn und zu den Augen hin ausdehnt. Kopfschmerz nur durch Hinlegen gebessert. Prickelndes Gefühl im Scheitel in Verbindung mit Kopfschmerzen.
  • Auge: Verfärbung und Ringe um die Augen mit bläulicher Verfärbung. Trockene Augen mit brennendem Schmerz. Zucken der Augenlider. Verschwommenes Sehen.
  • Nase: Schnupfen. Reichlich Ausfluss, insbesondere in einem postnasalen Tröpfeln die Rückseite des Halses hinab. Gelber Ausfluss. Trockenheit innerhalb der Nase, Gefühl, zum Naseputzen gezwungen zu sein, obwohl kein Ausfluss vorhanden war.
  • Gesicht: Gesichtsschmerz mit einem rohen Gefühl an den Mundwinkeln. Rote Verfärbung des Gesichtes.
  • Mund: Wundheit des oberen Gaumens.
  • Hals: Kratziger, juckender Hals. Halsschmerzen, schlimmer beim Schlucken.
  • Magen: Appetitverlust. Gesteigerter Durst. Verlangen nach kalten Getränken. Abneigung gegen Käse. Magenschmerzen, besonders nach dem Trinken von Milch. Krampfartige Magenschmerzen, schlimmer morgens und schlimmer während der Menstruation. Aufstoßen, das die Magenschmerzen lindert. Magenschmerzen werden durch Auf-den-Leib-Drücken gelindert. Übelkeit.
  • Leib: Blähungen, besonders morgens. Krampfartige Leibschmerzen, besonders bei Hypochondrie.
  • Rektum: Gesteigerter Drang nach Darmbewegung. Gesteigerter Drang durch schnelles Aufstehen, vor allem morgens. Verstopfung und Diarrhö. Gesteigerte Blähungen tagsüber und auch zur Zeit der Darmtätigkeit.
  • Stuhlgang: Veränderte Stühle. Stuhlgang gewaltsam, wässerige Stühle. Stühle weich. Stühle mit üblem Geruch.
  • Blase: Gesteigerter Drang zum Wasserlassen.
  • Weibliche Genitalien: Vermehrter Menstruationsfluss. Regelblutungen treten früh ein.
  • Brust: Brust fühlt sich gedehnt.
  • Larynx: Heiserkeit der Stimme, die durch Essen verschlimmert und durch Trinken gebessert wird.
  • Rücken: Ausschläge auf dem Rücken. Furunkel und Pusteln. Rückenschmerzen, schlimmer in der Lendengegend. Steifheit entlang der Wirbelsäule, schlimmer in der Nackengegend. Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern. Rückenschmerz durch Aufstoßen gelindert.
  • Extremitäten: Kälte der Hände. Allgemeine Kälte der Extremitäten, schlimmer in Händen und Füßen. Hitze der Extremitäten, besonders in den Händen. Schmerzende Extremitäten mit tiefem ständigem Schmerz in den Knochen. Ungeschicklichkeit mit einer Neigung zur Schwerfälligkeit und zum Sich-in-die-Hände-Schneiden. Ausschläge der Haut an den Extremitäten, besonders Bläschen am Oberarm. Wundheit in den unteren Extremitäten, zwischen den Zehen. Schütteln der Hände.
  • Schlaf: Schlaflosigkeit, besonders nach Mitternacht. Schlaflosigkeit durch geistige Aktivität. Unfähigkeit, vor ein Uhr morgens zu schlafen. Gesteigerte Schläfrigkeit, besonders abends vor dem Zubettgehen. Unruhiger Schlaf. Angstvoller Schlaf. LEBHAFTE TRÄUME. Bunte und wilde Träume. Träume von explodierenden Flugkörpern. Träume davon, Dinge zu verlieren. Träume vom Fliegen und dabei verfolgt zu werden. Träume von Fremden.
  • Schüttelfröste: Schüttelfröste, die sich mit Fieber abwechseln.
  • Schwitzen: Vermehrtes Schwitzen und verstärkter Geruch nach dem Baden.
  • Haut: Hautausschläge.