Selenium

Deutsche Stoffbezeichnung: Selen

Verwendet wird amorphes Selen, Se, AG 78,96.

Selenium hat ähnliche Wirkungen wie der Schwefel, die jedoch mehr auf das Nervensystem ausgerichtet sind. Charakteristisch sind allgemeine Schwäche sowie Müdigkeit und Erschöpfung nach körperlicher und geistiger Anstrengung mit Schlafsucht, dabei nachts leiser Katzenschlaf, ähnlich wie bei Sulfur. Auch heißes Wetter wirkt ermattend. Nach Schlaf jedoch findet sich keine Erholung. Besonders ungünstig wirkt Alkoholgenuss, speziell Wein. Auch Folgen zu reichlichen Teetrinkens weisen auf Selenium hin.

Charakteristisch ist die Erschöpfung der Nervenkraft mit Vergesslichkeit und Unfähigkeit zu geistiger Arbeit, die sehr ermüdet. Dabei können Schmerzen in allen Gliedern bestehen, mit Unverträglichkeit von Zugluft. Auch stechende nervöse Kopfschmerzen, die durch Sonnenwärme vermehrt werden, und Überempfindlichkeit gegen Gerüche sowie jeden Nachmittag wiederkehrende Beschwerden, auch Anfälle von Schwindel und Hinfälligkeit, eventuell mit Kollapserscheinungen, Angstschweiß und blassem, eingefallenem Gesicht, Übelkeit und Erbrechen, auch nach dem Frühstück und Mittagessen sprechen für Selenium.

Dabei kann eine Vergrößerung der Leber mit Appetitverlust und weißer Zunge bestehen, sowie Jucken in der Lebergegend und in den Hautfalten. Die Verstopfung kann so stark ausgeprägt sein, dass der Stuhl ohne Beihilfe kaum zu entleeren ist, wobei Blut und Schleim abgehen können.

Besonders charakteristisch für Selenium aber sind Samenergüsse bei schlaffem Penis sowie unbewusstes Austräufeln des Samens im Schlafe, speziell auch bei Onanie, ferner Impotenz und Ejaculatio praecox bei schlaffem Glied, auch Prostatitiden mit der Empfindung eines Fremdkörpers im After und schmerzhaftem Stechen in der Tiefe der Harnröhre nach der Miktion. Dabei kann auch ein Blasenkatarrh bestehen mit Nachträufeln beim Harnen und unfreiwilligem Harnabgang beim Gehen.

Charakteristisch für Selenium ist eine Abmagerung im Gesicht, an den Händen und an den Oberschenkeln. Auch kann das Gehen erschwert sein mit einer gewissen Lähmigkeit und Furcht, völlig gelähmt zu werden.

Zu erwähnen sind auch noch Schleimhautaffektionen, die durch Selenium gebessert werden, nämlich nervöser Fließschnupfen, plötzlich kommend und gehend, ähnlich wie bei Silicea, und eventuell wochenlanger Geruchsverlust bei Verstopfung der Nase sowie Heiserkeit der Sänger, gleich zu Beginn des Gesanges auftretend, auch nach Überanstrengung der Stimme, eventuell mit blutigstreifigem Auswurf verbunden.

Dabei verlangen die Selenium-Patienten nach Stimulantien, betrinken sich gern, was aber enorme Verschlimmerungen der Beschwerden bedingt. Nachts wachen sie auf vor Hunger.

Aufgrund der besonders starken Hinweise von Selenium auf den Urogenitaltrakt war Selenium früher eines der Hauptmittel bei chronischer, postgonorrhoischer Urethritis, neben Sepia, Kalium jodatum und Sulfur.

Hingewiesen werden muss noch darauf, dass Selenium auch ein gutes Mittel bei Haarausfall ist, wobei sich wiederum gewisse Beziehungen zu Sulfur und speziell zu Thallium (sulfuricum) zeigen. Zusammengefasst ergeben sich folgende Hauptsymptome:

  • Allgemeine Schwäche und Kraftlosigkeit. Unmöglichkeit, sich geistig zu konzentrieren. Erschöpfung nach jeder körperlichen und geistigen Anstrengung.
  • Periodisch auftretende Kopfschmerzen, besonders über dem linken Auge, eventuell aus dem Schlaf heraus (wie Lachesis). Leiser Katzenschlaf (wie Sulfur).
  • Abmagerung im Gesicht, an Händen und Oberschenkeln. Ausschlag in der Lebergegend sowie in den Hautfalten (interdigital).
  • Verschlimmerung durch Tee- und Weingenuss sowie durch Schlafen und Liegen, durch heißes Wetter, Sonnenhitze und Luftzug. Besserung oft durch Polyurie.
  • Neurasthenie nach erschöpfenden Krankheiten (retoxische Phasen), nach sexuellen Exzessen. Dabei Kraftlosigkeit. Impotenz. Prostatorrhoe. Prostatitis. Harnträufeln beim Gehen.
  • Heiserkeit der Sänger und Redner. Laryngitis mit blutgestreiftem Auswurf.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Selenium amorphum die folgenden Hauptindikationen für Selenium im Bundesanzeiger veröffentlicht: Hautausschläge, fettige Haut. Entzündungen der oberen Luftwege. Verdauungsschwäche. Schwächezustände.