Acidum oroticum monohydricum

Deutsche Stoffbezeichnung: Orotsäure

Verwendet wird Orotsäure-Monohydrat, C5H4N2O4 · H2O, MG 63,0. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen Arzneibuchs.

Die Orotsäure ist bei wichtigen intermediären Synthesen beteiligt. Sie entsteht unter anderem aus der Ureido-Bernsteinsäure durch Ringschluss mit der Zwischenstufe Dihydroorotsäure und anschließende DPN-abhängige Dehydrierung. Diese Reaktion konnte in tierischen Geweben und Bakterien nachgewiesen werden. Außer in der Milch findet sich Dihydroorotsäure in beträchtlichen Mengen zum Beispiel auch in Hefeextrakten. Wahrscheinlich ist Dihydroorotsäure auch bei der Purinsynthese beteiligt, ähnlich wie bei der Synthese des Pyrimidinringes, welche von der a-Ureido-Bernsteinsäure (= Carbamyl-Asparaginsäure) ausgeht. Letztere entsteht durch eine Reaktion der Asparaginsäure mit dem von Lipmann entdeckten Carbamyl-Phos-phat. Daraus werden auch frühere Befunde erklärlich, wonach der Ureidkohlenstoff des Citrullins in die Ureido-Bernsteinsäure, Orotsäure und die Pyrimidinbasen der Nukleinsäuren übergehen kann (Lowenstein und Cohen nach Leuthardt).

Dihydroorotsäure reagiert mit dem 5-Phosphoribosyl-pyrophosphat, indem Pyrophosphat durch die Nukleotid-Pyrophosphorylase abgespalten und in das Oritidin überführt wird, durch dessen Decarboxylierung unmittelbar Oridin entsteht. Acidum oroticum kann daher bei Imprägnationsphasen, auch bei Leberschäden von Nutzen sein.

Das Arzneimittelbild von Acidum oroticum wurde im November 1994 erstellt und nochmals überarbeitet von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

Gemüt: Befriedigtes Gefühl, sehr vergnügt, hoffnungsvoll. Gefühl von Ruhe. Reizbar und angstvoll. Sorge und Angst wegen Krankheit. Traurigkeit, besonders am Nachmittag. Weinend und launisch. Verzweiflung wegen der Zukunft. Verwirrt. Wahnvorstellung, sie sei besessen. Verlangen, allein zu sein.

  • Allgemeines: Drastische Energiesteigerung. Gesteigerte Energie beim Erwachen und den Tag hindurch. Schwäche, vor allem bei Belastung. Allgemeine Reizbarkeit, insbesondere ein Gefühl von physischer Reizbarkeit (Hitzewallungen, Spannung, Abgestumpftheit, Schwäche). Mangel an Lebenslust. Verlangen, sich im Freien aufzuhalten. Juckendes Gefühl.
  • Vertigo: Vertigo während des Hinlegens und durch Bewegung.
  • Kopf: Kopfschmerzen. Dumpfer Schmerz. Schlimmer an den Seiten, besonders im Schläfenbereich. Hinterkopfschmerzen. Gefühl von Abgestumpftheit und Leichtigkeit im Gehirn.
  • Auge: Schmerzende, trockene Augen, schlimmer am Abend. Juckende Augen.
  • Ohr: Jucken in den Ohren.
  • Nase: Verstärkt Schnupfen. Dicker grünlicher Ausfluss, postnasales Tröpfeln. Verstopfung des linken Nasenlochs.
  • Gesicht: Ausschläge im Gesicht. Rote Flecken im Gesicht, die trocken sind und jucken. Hitzewallungen in den Wangen zusammen mit einem prickelnden Gefühl.
  • Mund: Schmerzen im Mund, an Zahnfleisch und Zunge. Trockenheit des Mundes, besonders abends. Taubheitsgefühl im Mund. Bläschen, die schmerzhaft sind und brennen.
  • Zähne: Empfindliche Zähne.
  • Hals: Halsentzündung. Schlimmer beim Erwachen morgens. Erwürgendes und verengtes Gefühl im Hals. Trockenes Gefühl im Hals, schlimmer beim Erwachen.
  • Magen: Übelkeit. Verminderter Appetit. Krampfartige Magenschmerzen, in Verbindung mit Kollern, und schlimmer beim Erwachen morgens. Verstärkter Durst. Verlangen nach Gemüse, Salzigem, Sauereingelegtem und Obst.
  • Leib: Blähungen. Schlimmer nach dem Essen und schlimmer im unteren Teil des Leibes.
  • Auftreibung in Verbindung mit Blähungen, Aufschwellen und Kollern, schlimmer nachts. Leibschmerzen, die beengend und krampfartig sind.
  • Rektum: Diarrhö. Begleitet von Blähungen. Diarrhö schlimmer während des Tages.
  • Stühle: Umfangreiche Stühle, die heftiges Drücken erfordern. Weiche Stühle. Übelriechende Stühle.
  • Blase: Vermehrtes Bedürfnis, nachts Wasser zu lassen.
  • Nieren: Starker Schmerz in den Nieren, schlimmer während des Autofahrens.
  • Weibliche Genitalien: Gesteigertes sexuelles Verlangen. Veränderte Regelblutungen.
  • Brust: Schwitzen auf der Brust. Brennender Brustschmerz nach Abendessen.
  • Rücken: Schmerzen schlimmer in der Nacken- und Lendengegend des Rückens.
  • Extremitäten: Kälte der Extremitäten. Steifheit und Spannung in den unteren Gliedmaßen und in den Gelenken der unteren Gliedmaßen. Schmerzen in den oberen und unteren Gliedmaßen.
  • Schlaf: Viele Träume. Erotische Träume. Träume von fliegenden Flugzeugen. Träume von Wasser, Geld, Musik und im Allgemeinen angenehme Träume. Träume von Geistern und Mord. Einschlafschwierigkeiten, besonders nach Erwachen. Häufiges Erwachen während der Nacht.