Citrullus colocynthis

Synonym: Colocynthis

Deutsche Stoffbezeichnung: Koloquinte

Verwendet werden die getrockneten, geschälten, von den Samen befreiten Früchte der in Nordafrika, Südarabien und Vorderasien vorkommenden Stammpflanze: Citrullus colocynthis [L.] Schrad./Cucurbitaceae.

Während Colocynthis aus der üblichen allopathischen Therapie fast vollständig verschwunden ist, kommt ihm in der homöopathischen Therapie eine bedeutende Rolle zu. Colocynthis ist eines der besten Heilmittel gegen Koliken. Diese Koliken lassen sich durch Zusammenkrümmen oder durch Drücken von harten Gegenständen gegen den Bauch oder gegen die schmerzenden Stellen bessern, wobei sich der Patient über Stühle, Tische, Bettpfosten usw. lehnt. Auch Koliken in Verbindung mit Dysenterie oder akuten Darmkatarrhen werden durch Colocynthis gebessert, wobei man zusätzlich Arsen, Aconitum, Mercurius und Veratrum album geben könnte. Colocynthis ist andernteils ein gutes Heilmittel bei stechenden Schmerzen, zum Beispiel bei Ischias, ebenso bei Neuralgien im Bereiche des Nervus trigeminus und anderer Lokalisation. Colocynthis ist stets dann indiziert, wenn stechende Schmerzen unabhängig von der Bewegung wie ein Blitzstrahl durchschießen. Blähungskoliken bei Kindern werden zwar oft durch Chamomilla günstig beeinflusst, wenn sie aber in stärkerer Weise auftreten, ist Colocynthis meist erforderlich. Andere Mittel, wie Magnesium phosphoricum, Staphisagria, Dioscorea, Veratrum album, Stannum und Jalapa können bei solchen Koliken ebenfalls wirksam sein. Colocynthis vermag dann eine rasche und dauerhafte Hilfe zu schaffen, wenn schießende Schmerzen und Zusammenkrümmen im Vordergrund stehen. In den Bereich der Heilwirkung von Colocynthis fallen daher folgende Heilanzeigen:

  • Blähungskoliken im gesamten Bauch mit Neigung sich zusammenzukrümmen, die Knie an das Kinn zu ziehen und die Arme in den Leib zu pressen, eventuell verbunden mit Durchfällen, die erneut nach jedem Essen und Trinken auftreten und durch heiße Umschläge gebessert werden.
  • Neuralgien verschiedener Art, besonders im Gebiet der Ischiasnerven, aber auch sonstiger Lokalisation, wie im Bereich des Trigeminus-, der Interkostalnerven (hier eventuell im Wechsel mit Ranunculus und Dulcamara indiziert) aber auch bei stechenden Schmerzen in den Gelenken, zum Beispiel im rechten Knie und an anderen Loci.
  • Stechende Schmerzen, wie ein Messerstich durchschießend, unabhängig von Bewegung, Berührung, Druck oder dergleichen, eventuell verbunden mit oder gefolgt von Parästhesien, Kribbeln oder Eingeschlafenheitsgefühl (ähnlich wie bei Gnaphalium).
  • Große Reizbarkeit, cholerisches Temperament, wobei die Beschwerden häufig durch Zorn oder Ärger ausgelöst werden.
  • Besserung durch Wärme, Pressen und Druck der Unterarme.
  • Der Schweiß riecht nach Urin.
  • Periodizität der Beschwerden.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Citrullus colocynthis die folgenden Hauptindikationen für Colocynthis im Bundesanzeiger veröffentlicht: Schmerzhafte Krämpfe des Magen-Darm-Kanals, des Gallensystems, der Harnorgane. Nervenentzündungen und Nervenschmerzen, besonders des Gesichts. Ischiasschmerz.