Drosera

Deutsche Stoffbezeichnung: Sonnentau

Verwendet werden die ganzen, frischen, bei Beginn der Blüte gesammelten Pflanzen von Drosera rotundifolia L., Drosera intermedia HAYNE und Drosera anglica HUDSON/Droseraceae.

Der Sonnentau (Drosera rotundifolia), auch Sonnenkraut genannt, kommt in Osteuropa, Asien und Nordamerika vor und ist eine insektenfressende Pflanze, die auf Torfmooren, sumpfigen Wiesen und an Teichrändern wächst, wobei man die Pflanze kaum ausfindig machen kann, weil nur die haarfeinen Stengel aus dem umgebenden Moos herausragen. An jedem der purpurroten Drüsenhaare, welche rosettenartig um den Stengel ausgebreitet liegen, befindet sich ein kleines Tröpfchen einer glashellen klebrigen Flüssigkeit, einem Tautropfen ähnlich. Wenn ein winziges Insekt ein Blättchen der Pflanze berührt, so klebt es an den feinen Drüsenhärchen fest. Reflektorisch schließt sich das Blatt, so dass das Insekt gefangen ist und enzymatisch verdaut wird.

Drosera hat als homöopathisches Heilmittel einen typischen Indikationsbereich, der sich hauptsächlich auf die Respirationsorgane und den Husten erstreckt. Der Husten kommt in Anfällen mit häufigen Stößen, so dass der Patient zwischendurch kaum zum Atmen kommen kann, und ist schlimmer nachts. Dabei besteht oft Erbrechen und Nasenbluten. Es sind so starke Bruststiche vorhanden, dass die Brust (und der Leib) mit den Händen gedrückt werden muss. Drosera ist somit das Hauptmittel bei Keuchhusten und stellt gewissermaßen den Musterfall dieses Leidens dar (Dahlke). Aber auch bei Reizhusten und Katarrhen der Phthisiker mit interkurrenten Pleurareizungen ist Drosera indiziert.

Ferner findet sich bei Drosera noch eine tiefe heisere Stimme und chronische Heiserkeit, wie sie zum Beispiel bei Kehlkopftuberkulose auftritt. Ein ähnlicher Husten ist auch eine Indikation von Verbascum, jedoch liegt bei Drosera die Störung mehr im Kehlkopf.

Wenn man die Hauptsymptome von Drosera zusammenfasst, so ergibt sich das für Drosera charakteristische Arzneimittelbild wie folgt:

  • Keuchhusten (Pertussis) mit pfeifendem Atem und Stichen auf der Brust, mit Zyanose und Erstickungsanfällen, Brechwürgen und großer Schwierigkeit, den Schleim auszuwerfen, wobei es auch zum Erbrechen von Speisen, eventuell auch zu Nasenbluten kommen kann.
  • Große Angst bei den Anfällen. Die Kinder pflegen sich während des Hustens die Brust und den Leib zu halten.
  • Kehlkopfkatarrhe bei interkurrenten Pleurareizungen mit tiefer heiserer Stimme. Chronische Heiserkeit bei Phthisikern.
  • Asthma mit heftigen Krampferscheinungen, Zyanose und Brechwürgen.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Drosera die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Entzündungen der Atemwege und besonders Keuchhusten.