Acidum succinicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Bernsteinsäure

Verwendet wird Bernsteinsäure, C4H6O4, MG 118,1.

Wirkfaktor des Zitronensäurezyklus und von Redoxsystemen. Imprägnationsphasen jeder Art, auch Asthma, Angina pectoris, Pruritus, Dermatosen, Psoriasis, Präkanzerose, Dedifferenzierungsphasen (besonders im Beginn) zur Verbesserung der Zellatmung. Organische Nervenleiden. Paresen.

Acidum succinicum hat Beziehungen zur Blutbildung und soll daher bei Fällen von Anämie und Leukämie eingesetzt werden, ebenso bei anämischen Kopfschmerzen und bei Ernährungsstörungen der Vegetarier sowie bei Zerebralsklerose mit und ohne Gedächtnisverlust bei dem typischen blassen Aussehen.

Auch schulschwache Kinder, Asthma bronchiale und Folgezustände nach Antibiotika aufgrund häufiger katarrhalischer Affektionen der oberen und unteren Luftwege, eventuell auch Lungenbluten und Nasenbluten sind eine Indikation, wobei psychisch meist eine Hemmung besteht mit Abgespanntsein, Melancholie bis zur Depression, Gedächtnisschwäche, Interessenlosigkeit und Mangel an Selbstvertrauen, auch Zeichen von Avitaminose und Nervenschmerzen (Trigeminus, Ischias) und Lumbago. Charakteristisch ist stets die Störung des roten Blutbildes. Der Patient schwitzt leicht bei der geringsten Aufregung. Nasse Hände.

Nervöser Reizmagen. Anazidität. Gärungsdyspepsie. Verlangen nach Reizkost, die schlecht vertragen wird. Nicht heilende Ulcera duodeni sowie Enteritis und Kolitis mit Durchfällen bei der geringsten Erregung. Mastdarmvorfall und Schwächegefühl im gesamten Abdomen, auch bei Karzinom des Darmes. Bei Darmblutungen meist als Nebenmittel einzusetzen. Alle Aufregungen schlagen auf den Darm.

Nierenschmerzen bei Unterkühlung. Als Nebenmittel bei Zystopyelitis.

Bläschenausschläge. Schlecht heilende Wunden. Schlechter Körpergeruch (Hepar sulfuris, Psorinum).

Acidum succinicum ist ebenfalls indiziert bei schlecht wachsenden Kindern mit schwachem Knochenbau, auch wenn Knochenbrüche schlecht heilen, Knochenfisteln zurückbleiben und eine Schwäche der Gelenke besteht, auch bei Schleimbeutelentzündungen und kariösen Zähnen.

Das Arzneimittelbild von Acidum succinicum wurde im September 1996 von Dr. med. David Riley, Santa Fé (New Mexico), USA, erstellt.

Übereinstimmende Symptome mit der Materia Medica Antihomotoxica von Dr. H.-H. Reckeweg: Pruritus und Dermatosen.

Die wichtigsten Symptome aus der Arzneimittelbildprüfung von Dr. Riley waren:

Gefühlslage: Angst um Gesundheit geliebter Menschen. Träume vom Verfolgtwerden, durch wilde Tiere. Lebhafte Träume, Furcht, das Haus zu verlassen. Reizbarkeit, wenn Anforderungen an sie gestellt werden. Wacht mitten im Schlaf lachend auf. Empfindlich gegenüber Körpergerüchen.

  • Allgemeines: Neigung, sich zu erkälten. Gier nach kalten Getränken, besonders Tee, Obst, reichhaltigen Speisen oder Gemüse. Abneigung gegen süße Getränke.
  • Kopf: Blutandrang, als würde sich eine Erkältung anbahnen. Kopfschmerzen in Stirn und Schläfen. Scharfe oder dumpfe Schmerzen. Schmerzen beim Aufwachen.
  • Auge: Verkleben der Augen am Morgen. Tränenfluss. Jucken.
  • Ohr: Verstopftes Gefühl, wie mit Watte oder mit Luftdruck. Vermehrt Ohrenschmalz. Heißes Gefühl im Inneren.
  • Nase: Risse an der Spitze oder im Inneren vor Trockenheit. Blutige Absonderung. Trockenheit im Inneren ist schmerzhaft. Rechtsseitiges Nasenbluten mit Klümpchen morgens beim Duschen.
  • Geruch: Wahrnehmen der Körpergerüche anderer.
  • Gesicht: Quetschung an den inneren Lidwinkeln des rechten Auges. Pusteln am Kinn.
  • Mund: Schmerzhafte Aphthen hinter der Unterlippe, aber es entwickelt sich nicht mehr als eine. Bluten hinter Schneidezähnen.
  • Zähne: Anhaltende Schmerzen in den unteren linken Backenzähnen oder in den linken oberen Zähnen. Hervorkommen des oberen linken Weisheitszahns.
  • Hals: Trockenheit, Jucken oder Kratzigkeit beim Aufwachen. Freiwerden am Abend.
  • Magen: Appetit besonders nach reichhaltigem Essen gesteigert oder vermindert. Leeres hungriges Gefühl mit Magenknurren. Nagender Schmerz. Übelkeit.
  • Leib: Völlegefühl. Schmerzen in der Gegend von Ileum und Zökum brennend oder prickelnd bzw. kurz und stechend. Wundes und gequetschtes Gefühl um den Nabel herum.
  • Rektum: Verstopfung und muss pressen, oder kein Drang. Völlegefühl. Gefühl von unvollständiger Entleerung.
  • Stuhlgang: Hart oder weich. Dünn. Zäh. Von grüner Farbe.
  • Blase: Schläft die ganze Nacht durch ohne aufzustehen, um die Blase zu entleeren. [Geheiltes Symptom.]
  • Urin: Schaumbildend.
  • Genitalien, weibliche: Geringe Schmierblutung während der Zeit der Regelblutungen, aber ohne Blutfluss.
  • Sprechen und Stimme: Rauheit am Vormittag.
  • Brust: Wacht mit Brustschmerzen unterhalb der rechten Brust auf, die beim Einatmen stark sind und tief sitzen. Harter Herzschlag.
  • Rücken: Pusteln, die entzündet und empfindlich sind. Wundes und gequetschtes Gefühl zwischen den Schulterblättern.
  • Extremitäten: Juckendes Exanthem an der linken Hand. Steife Hüfte beim Aufwachen. Anhaltende Schmerzen in den Hüftgelenken beim Stehen auf dem rechten Fußballen.
  • Schlaf: Um 3 Uhr oder gegen Morgen aufwachen.
  • Haut: Furunkel ähnliche Pusteln auf der Brust und im Gesicht.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Acidum succinicum die folgende Hauptindikation im Bundesanzeiger veröffentlicht: Heuschnupfen.