Aconitum napellus

Deutsche Stoffbezeichnung: Eisenhut

Verwendet werden die frischen, zu Beginn der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile und Wurzelknollen von Aconitum napellus L./Ranunculaceae.

Die Tinktur aus dem Sturmhut (Eisenhut), Aconitum napellus L. aus der Familie der Ranunculaceen, enthält als wirksame Bestandteile Aconitsäure und das Aconitin, eine der giftigsten Pflanzensubstanzen, von dem Milligrammdosen bereits ein Pferd zu töten imstande sind.

Aconitum ist eines der wichtigsten homöopathischen Fiebermittel, speziell wenn heiße Haut, große Unruhe, harter, häufiger und gespannter Puls sowie verstärkter und eventuell unregelmäßiger Herzschlag vorhanden sind, Fieber und Frost wechseln, bei eventueller Hyperthermie (Temperaturen bis an 41 °C) und wobei sich alle Fiebererscheinungen besonders abends steigern. Es besteht Blutandrang nach den verschiedenen Organen mit Neigung kleiner Blutgefäße zum Bersten und dadurch bedingten petechialen Blutungen im Gebiet der Nasen-Luftröhren-Schleimhaut, eventuell klemmenden, bohrenden, wühlenden Schmerzen in der Herzgegend mit Stichen auf der Brust, Schnupfen, Katarrh der Schleimhäute, Kitzel im Kehlkopf mit Hustenreiz, wobei eine Empfindlichkeit des Kehlkopfs besteht. Die Herzbeschwerden von Aconitum können auch ohne Fiebererscheinungen auftreten, etwa wie man sie bei Angina pectoris oder auch beim akuten Herzinfarkt sieht.

Charakteristisch ist für das Vergiftungsbild außer großer motorischer Unruhe und Angst das Gefühl inneren Frierens, als ob Eis durch die Adern läuft. Weiterhin sind Parästhesien charakteristisch, auch bei Neuralgien, zum Beispiel bei Ischias (nach Sitzen auf kaltem Boden), auch sonstige neuralgiforme Schmerzen.

Man hat früher in der allgemeinen Medizin Aconitum häufig in Salbenform verwendet, ist davon aber wegen der Schwierigkeit einer exakten Dosierung wieder abgekommen, zumal es sich um hochtoxische Zubereitungen mit eventuell akuten Vergiftungserscheinungen handelte.

Durch das ganze Arzneimittelbild von Aconitum zieht sich das plötzliche Auftreten der Erscheinungen und die Heftigkeit der Beschwerden, die oftmals als Erkältungskrankheiten mit Fieber nach Erkältungen durch kalte Ostwinde auftreten, wobei stets die Unruhe und die Angst sowie die Rötung der Schleimhäute, im Magen-Darm-Kanal auch die Empfindung von Auftreibung, Schwere, Druck und Spannung sowie schleimig-gallige Stühle, Blähungsbeschwerden mit kleinen häufigen Stühlen und Stuhlzwang das Aconitum-Bild charakterisieren können, ebenso wie Blutüberfüllung der Nieren mit verringertem Urinieren und schmerzhaftem Abgang, wobei Blut dem Urin beigemischt sein kann oder der Harn trübe durch Salzausscheidung ist.

Dabei pflegen die Aconitum-Symptome nicht nur als Folge von Erkältungen, sondern auch als Folgen von Schreck aufzutreten und sich an dem Locus minoris resistentiae zu lokalisieren.

Während man bei Fieberzuständen und organischen Beschwerden, Katarrhen, neuralgiformen Erscheinungen mit Parästhesie usw. zum Beispiel auch bei Hyperthermie, bei Enzephalitis mit Höchsttemperaturen (z.B. postvakzinöser Enzephalitis oder Enzephalitis, die durch Frischzellenimplantation aktiviert worden sein kann, z.B. bei einem Kind mit früher chronischen Mittelohreiterungen) meistens tiefere Potenzen verabfolgt, sollten bei pektanginösen Beschwerden grundsätzlich höhere Potenzen (nicht unter D6) eingesetzt werden.

Nash sieht in Aconitum nicht nur ein hervorragendes Fiebermittel, sondern auch ein großes Schmerz-Heilmittel bei Neuralgien mit Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Ameisenlaufen sowie bei Todesangst (Aconitum ist neben Arsenicum album das wichtigste Mittel bei Angst).

Wenn die wichtigsten Symptome von Aconitum zusammengefasst werden, ergibt sich folgendes typisches Arzneimittelbild:

  • Fieber mit trockener, heißer Haut, Husten und Bruststichen. Inneres Frieren bei Grippe und Erkältung. Hyperthermie.
  • Erkältungsfolgen von trockenem, kaltem Wind (Enteritis, Zystitis, Gastroenteritis acuta u.a.).
  • Parästhesien, Neuralgien mit Ameisenlaufen.
  • Unruhe, Angst, Folgen von Schreck. Angina pectoris und Herzinfarkt. Heftige akute Beschwerden.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Aconitum napellus die folgenden Hauptindikationen für Aconitum im Bundesanzeiger veröffentlicht: Hochakute entzündliche Erkrankungen. Schmerzhafte Nervenerkrankungen. Hochakute Herzsensationen mit Angstzuständen.