Apis mellifica

Deutsche Stoffbezeichnung: Honigbiene

Verwendet wird die Honigbiene Apis mellifica L./Apidae.

Dieses aus der Honigbiene zubereitete homöopathische Einzelmittel ist durch typische Symptome gekennzeichnet. Apis mellifica ist bei charakteristisch brennenden, stechenden Schmerzen indiziert, die heftig und feurig, wie der Stich einer Biene sind. Dabei besteht eine gewisse Überempfindlichkeit gegen Berührung und häufig auch gegen jede Erschütterung, so dass der Patient gellend aufschreien mag, wenn irgendjemand nur leicht an das Bett stößt. Dieses Symptom kann typisch bei einer Periarthritis humeroscapularis oder auch bei meningealer Reizung in Erscheinung treten, bei welch letzterer solch typisches, gellendes, durchdringendes Aufschreien (Cri encéphalique) unvermittelt einsetzt. Apis ist daher ein bei Entzündungen und Reizzuständen oft indiziertes Polychrest, möge es sich um solche der seriösen Häute, der Hirnhäute, der Gelenkinnenhaut oder der Schleimhäute handeln.

Apis hat speziell Beziehungen zur rechten Körperseite, ähnlich wie Lachesis zur linken Körperseite tendiert. Apis ist daher ein wichtiges Mittel bei rechtsseitiger Parametritis, bei Salpingitis und Ovariitis, speziell auch bei Zysten. Hier finden sich meist typische, stechende und brennende Schmerzen, die auch auf das Kreuzbein ausstrahlen können.

Ferner ist Apis indiziert bei rechtsseitiger Tonsillitis wenn die Uvula wie ein ödematöser Sack im Rachen herunterhängt.

Überhaupt ist Apis ein Mittel gegen Ödeme jeder Art, handle es sich um akut-entzündliche Ödeme, wie sie nach einem Bienenstich auftreten können, oder auch um Ödeme infolge Niereninsuffizienz bei Glomerulonephritis oder kardialer Insuffizienz. Man kann Apis in allen diesen Fällen, speziell in Kombination mit geeigneten sonstigen Nebenmitteln mit Erfolg einsetzen. Die Ödeme, welche Apis erfordern, treten häufig auch um die Augen herum auf, so dass speziell die Unterlider wie Wassersäcke herabhängen. Bei Erysipel finden sich ödematöse Hautschwellungen. Auch Skrotalödeme sind eine Indikation für Apis ebenso wie Pleuraergüsse und Aszites, wobei für Apis Durstlosigkeit typisch ist.

Auch bei akuten Exanthemen und Urtikaria ist Apis indiziert. Damit hat Apis Berührungspunkte und passt gut zu Sulfur, da beide Mittel Rückvergiftungen aufzulösen vermögen, Apis solche, bei denen das Homotoxin durch Wassereinschwemmung verdünnt wird (Ödeme). Ausgezeichnet wirkt eine Kombination beider Präparate beziehungsweise wenn man sie im Wechsel nehmen lässt.

Nash empfiehlt Apis auch bei diphtherischer Angina und hat eine schwere Epidemie mit Apis zum Stillstand bringen und beseitigen können.

Während Apis-Kranke sehr unruhig sein können, besteht in anderen Fällen tiefer Stupor, der gelegentlich durch den Cri encéphalique unterbrochen wird wie bei Meningitis. Auch wenn die Patienten abwechselnd trocken und heiß oder schwitzend aufgefunden werden, ist für diesen Wechsel Apis indiziert, ähnlich wie wir es bei Lachesis finden. Besonders indiziert ist Apis auch bei Scharlach, speziell wenn Nierenkomplikationen oder Gehirnsymptome auftreten.

Die Zunge des Apis-Patienten ist weißlich belegt mit roter Spitze. Am Rand befinden sich stechende Bläschen.

Es mögen die Hauptsymptome von Apis noch einmal übersichtlich zusammengestellt werden:

  • Stechende, brennende Schmerzen, wie der Stich einer Biene.
  • Besserung durch Kälte.
  • Empfindlichkeit gegen Berührung und Erschütterung.
  • Hirnhautreizung, vor allem nach unterdrückten Ausschlägen.
  • Erkrankung der seriösen Häute, der Gelenke, der Hirnhäute (Seroderm, Kavoderm).
  • Ödematöse Anschwellungen mit wassersackähnlichen Bildungen. Infiltriertes Zellgewebe.
  • Angina tonsillaris dextra mit ödematöser Schwellung der Uvula.
  • Adnexitis rechts sowie sonstige rechtsseitige Erkrankungen entzündlicher Art oder Depositionsphasen (zystische Adnextumoren).
  • Meningitis serosa, Cri encéphalique.
  • Wechsel zwischen Trockenheit, Hitze und Schweiß.
  • Scharlach und Scharlach-Nephritis.
  • Zunge weiß belegt, rote Spitze, brennende und stechende Bläschen am Rand.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Apis mellifica die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Entzündungen und Erkrankungen mit Flüssigkeitsansammlungen in Geweben und Körperhöhlen. Allergien.