Arnica montana

Deutsche Stoffbezeichnung: Bergwohlverleih

Verwendet werden die getrockneten unterirdischen Teile von Arnica montana L./Compositae. Der Gehalt an ätherischem Öl entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Arnica montana, mit deutschem Namen Bergwohlverleih, ist das bekannte Volksheilmittel gegen Wunden, Verletzungen, Quetschungen usw. jeder Art, auch bei Commotio cerebri, Distorsionen, Kontusionen, Frakturen, Hämatomen usw. anzuwenden. Ebenso sind Schädigungen infolge von Überanstrengung, zum Beispiel auch des Herzens (Sportherz) eine Indikation für Arnica. Die Arnica-Patienten klagen auch über ein Gefühl von Schwäche, Müdigkeit und Zerschlagenheit allgemeiner Art. Als spezifisches Symptom gilt alles worauf er liegt, scheint ihm zu hart (Nash) und muss dauernd die Lage ändern um Erleichterung zu finden. Auch erscheint das Bett zu hart. Dieses Symptom ist oft ein Hinweis auf Arnica bei septischen Erkrankungen. Das gleiche Symptom findet sich auch bei Baptisia, ebenfalls einem bei Sepsis oft gebrauchten Mittel. Der Arnica-Patient fällt rasch wieder in die Betäubung zurück, wenn er daraus geweckt wird. Auch hat Arnica einen dunklen Streifen längs der Mitte der Zunge, ähnlich wie Baptisia und ebenso ein tiefrotes Gesicht, wie man es im Verlauf von Sepsis und Typhus findet. Stuhl und Urin gehen oft unbewusst ab und es erscheinen blaue Flecke unter der Haut (Sugillationen).

Bei Keuchhusten weinen die Kinder, welche Arnica benötigen, vor dem Anfall. Alle diese Fälle sind eine strikte Indikation für Arnica. Außer mit Baptisia hat Arnica auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Belladonna, indem Kopf und Gesicht rot und heiß, Körper und Glieder dagegen kühl oder kalt sind.

Als weitere Arnica-Symptome sind noch bemerkenswert: fauliger Geruch aus dem Munde, übelriechendes Aufstoßen und wie faule Eier riechende Blähungen, ferner ein Zerschlagenheitsgefühl in der Uterusgegend, so dass die Patientinnen nicht aufrecht gehen können. Auch viele kleine, schmerzhafte Furunkel, die einer nach dem anderen auftreten, sind eine Indikation für Arnica. Die Arnica-Konstitution ist meistens muskulös-athletisch, plethorisch und zu Hypertonie geneigt, jedoch ist dieses kein Gegengrund, Arnica bei septischen Zuständen unter anderem auch schwächlichen, neurasthenischen Patienten zu verordnen, wenn die entsprechenden Symptome vorliegen. Dieses Prinzip des symptomengemäßen Einsatzes überwiegt bei weitem die eventuell konstitutionellen Erwägungen und gilt allgemein für Arzneimittel.

Zu wenig beachtet wurde bisher die Wirkung von Arnica bei septischen Zuständen, bei denen es mit Baptisia in einer Ranghöhe steht und oft neben oder mit Baptisia verabfolgt werden kann beziehungsweise von ihm differenziert werden kann. Zerschlagenheitsschmerzen sind auch Baptisia, Phytolacca, Rhus toxicodendron, Ruta graveolens, Staphisagria, China und anderen zu eigen, bei Arnica jedoch sind sie besonders charakteristisch ausgeprägt. Wenn noch sonstige typische Arnica-Symptome hinzukommen, wird Arnica als Mittel der Wahl die beste Wirkung entfalten.

Sehr gut passt Arnica zu Rhus toxicodendron. Letzteres Mittel folgt mit Vorteil, wenn die Arnica-Wirkung abgeklungen und der Zustand grundlegend geändert ist.

Zusammengefasst ergeben sich folgende wichtige Symptome von Arnica montana:

  • Verletzungen jeder Art, wie Blutergüsse, Weichteilverletzungen, Commotio cerebri, Distorsionen, Kontusionen, Frakturen, Luxationen u.a.
  • Folgen von Überanstrengung, zum Beispiel Muskelkater, Sportherz.
  • Alles erscheint zu hart (das Bett ist zu hart). Allgemeines Zerschlagenheitsgefühl.
  • Übelriechendes Aufstoßen. Fauliger Mundgeruch. Blähungen mit Schwefelwasserstoffgeruch.
  • Zerschlagenheitsgefühl in der Uterus-Gegend und Unmöglichkeit aufrecht zu gehen.
  • Husten mit Schmerzen in der Brust. Das Kind schreit vor dem Keuchhustenanfall.
  • Septische Zustände mit dunklem Streifen längs der Mitte der Zunge, tiefrotem Gesicht und Unruhezuständen, eventuell Delirien.
  • Unbewusster Stuhl- und Harnabgang.
  • Apoplexia cerebri. Gefäßrupturen (Arnica wirkt wie Aconit speziell auf das arterielle Gefäßsystem).
  • Furunkulose mit äußerst schmerzhaften Furunkeln, einer nach dem anderen erscheinend.
  • Heiserkeit der Redner und Sänger (im Wechsel mit Phosphor).
  • Neurodermitis und Ekzem an Stirn, Wangen und Gesicht mit Juckreiz (Arnica macht bei äußerer Anwendung eventuell Hautreizungen).

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Arnica montana die folgenden Hauptindikationen für Arnica im Bundesanzeiger veröffentlicht: Blutungen aller Art. Myalgie nach Überlastung. Erkrankungen des arteriellen und venösen Systems.