Asa foetida

Synonym: Ferula

Deutsche Stoffbezeichnung: Stink-Asant

Verwendet wird das getrocknete Gummiharz verschiedener Ferula-Arten, wie Ferula assa-foetida L./ und Ferula foetida (Bunge)Regel./Umbelliferae.

Die aus dem erhärteten Milchsaft (Harz) von verschiedenen Ferula-Arten hergestellte Tinktur hat einen unangenehmen, aufdringlichen Geruch und Geschmack. Sie wurde früher auch allopathisch bei verschiedenen nervösen Leiden angewandt.

Wichtige Indikationen sind Knochenleiden und Geschwüre, wogegen am besten mittlere und hohe Potenzen eingesetzt werden, während bei nervösen Leiden sowie Verdauungsbeschwerden mit Aufblähung (ist voller Winde), Flatulenz mit Aufstoßen, alles drückt nach oben, aber nichts nach unten [Nash] mehr tiefere Potenzen indiziert sind.

Es besteht eine geistige und körperliche Überempfindlichkeit und Irritabilität, mit Neigung zu Hypochondrie, Hysterie und Nervosität, besonders wenn übliche Ausscheidungen unterdrückt wurden (retoxische Phasen).

Bei chronischen Paronychien wirkt Asa foetida nach Fellenberg-Ziegler auch dann noch, wenn andere Mittel versagen.

Auch bei Iritis auf syphilitischer Grundlage sowie nach Quecksilbermissbrauch, wie es früher bei der Syphilisbehandlung üblich war, ist Asa foetida indiziert, besonders wenn brennende, klopfende Schmerzen in den Knochen der Augenhöhle vorherrschend sind. Dabei sind für Asa foetida die von innen nach außen gehenden stechenden, reißenden, pulsierenden, zwischendurch absetzenden und durch Berührung in andersartige Beschwerden sich verwandelnden Schmerzen, oft mit Taubheitsgefühl verbunden, charakteristisch.

Chronischer Eiterausfluss aus dem Ohr (fistelnde Otitis media, evtl. verbunden mit Schwerhörigkeit, ist ein weiteres Asa foetida-Symptom). Besonders aber der Globus hystericus mit Magen- und Schlundkrämpfen und dem Gefühl eines aufsteigenden Körpers in der Speiseröhre ist für Asa foetida charakteristisch. Dabei kann Leeregefühl im Magen und ranziges Aufstoßen sowie Brennen in der Speiseröhre und fettiger Geschmack vorhanden sein.

Die Blähungskoliken, als ob alles platzen sollte und als ob die Darmbewegungen umgekehrte Peristaltik hätten, sind besonders hervorstechend dann, wenn vorher Ausflüsse unterdrückt wurden beziehungsweise Gebärmuttererkrankungen verschiedener Art retoxisch zurückgedrängt wurden oder auch wenn bei überempfindlichen Frauen in der Laktationsperiode plötzlich die Milch versiegte.

Asa foetida soll in solchen Fällen die versiegte Milch wieder hervorrufen.

Nash hebt besonders noch hervor, dass alle Absonderungen übelriechend sind und dass große Empfindlichkeit gegen Berührung besteht, was sich auch bei Ostitis oder Knochenkaries mit heftigen nächtlichen Beschwerden ausprägen kann.

Dabei findet sich Verschlimmerung im Zimmer, nachts, durch Berührung und in der Ruhe, während durch Druck, Reiben und Bewegung im Freien Besserung erfolgt.

Das Symptomenbild von Asa foetida ist durch zahlreiche, organisch-fassbare Veränderungen charakterisiert, aber auch durch weitere Symptome nervöser Art wie zum Beispiel Misslaunigkeit, Arbeitsunlust, Gereiztheit und Hast, unruhiger Schlaf mit Schläfrigkeit bei Tage, Zucken und Fippern einzelner Muskelgruppen, Kopfschmerzen und Schwindel wie eingenommen und wüst. Es finden sich krampfhafte Zuckungen der Augenlider, eventuell Klingen in den Ohren und Abstumpfung der Gehörschärfe, ferner Druck am Herzen, Frostschauer mit fliegender Hitze, Beklommenheitsgefühl mit Husten, Stuhltenesmen bei umgekehrter Peristaltik, indem alles nach oben drängt, aber auch Geschwüre an Weichteilen und am Knochengewebe mit dickflüssigem oder auch dünnflüssigem übelriechendem Eiter sowie eine allgemeine körperliche und geistige Überempfindlichkeit.

Wenn die Hauptsymptome von Asa foetida zusammengestellt werden, so ergibt sich folgendes typisches Arzneimittelbild:

  • Globusgefühl mit krampfhaften Kontraktionen der Speiseröhre, als wenn ein Fremdkörper auf- und absteigt beziehungsweise nach unten geschluckt wird.
  • Appetitmangel. Ranzig-fettes Aufstoßen. Brechreiz. Aufblähung mit nach oben drückenden Darmgasen und übelriechenden Blähungen.
  • Wallungen mit Blutandrang, eingenommenem Kopf und Schwindel.
  • Übelriechende Absonderungen von Geschwüren, aber auch der Haut.
  • Ostitis, Periostitis und Karies der Knochen mit heftigen nächtlichen Schmerzen, Besserung durch Druck und Reiben.
  • Milchversiegen in der Laktation.
  • Chronische Otitis media mit Eiterausfluss und Schwerhörigkeit. Chronische Paronychie und Iritis.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Asa foetida die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Chronische Entzündungen der Atemwege. Nervöse Störungen der Verdauungswege. Knochenerkrankungen. Krampfaderleiden. Hautgeschwüre und Fistelbildungen. Störungen der Milchabsonderung. Kopfschmerzen. Verschiedene nervöse Störungen.