Aurum metallicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Gold

Verwendet wird metallisches Goldpulver, Au, AG 197,0.

Aurum oder metallisches Gold, auf dessen Besitz sich alles Streben eines großen Teiles der Menschheit konzentriert, weil es anscheinend das höchste Glück der Erde zu vermitteln vermag, ist in seinem Arzneibild durch das Gegenteil, nämlich durch schwerste Depressionen, Suizidneigung und Lebensüberdruss gekennzeichnet. Diese depressive Gemütsverstimmung ist der Haupthinweis für die Anwendung von Aurum. Damit sind oftmals Herzbeschwerden gekoppelt, auch mit Aussetzen des Herzschlages verbunden und mit Druck und Beengung auf der Brust. Die Palpitationen pflegen hart und pumpend zu sein, verbunden mit einem sichtbaren Schlagen der Hals- und Schläfenschlagadern, mit Angstzuständen und Blutandrang zur Brust. Ferner sind Knochenaffektionen, wie sie bei tertiärer Lues vorkommen, ebenso auch Ozaena und ähnliche Affektionen der Nase, die mit Entzündungen und Verschorfungen und eventuell stinkenden Absonderungen einhergehen, eine Indikation für Aurum. Knochenschmerzen werden vor allen Dingen durch Aurum dann gut beeinflusst, wenn sie auf luetischer Basis entstehen. Als weitere Indikation für Aurum ist Hemianopsie zu nennen, wobei der Aurum-Patient nur die untere Hälfte des Gegenstandes sieht, ferner ist Aurum bei Ulcus corneae indiziert. Auch bei Myomen und Verhärtungen sonstiger Organe (Testes u.a.) wird Aurum empfohlen, ebenso bei Leistenhoden und Prostatorrhoe.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Leitsymptome:

  • Schwere psychische Depression mit Suizidneigung und Lebensüberdruss.
  • Hypertonie, Blutandrang zur Brust, Herzpalpitationen.
  • Karies der Knochen.
  • Hemianopsie, Ulcus corneae.
  • Myomatosis uteri, sonstige Organverhärtungen.
  • Prostatorrhoe.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihren Monographien Aurum metallicum und Aurum colloidale die folgenden Hauptindikationen für (kolloidales) Gold im Bundesanzeiger veröffentlicht: Schleimhauteiterungen. Knochen- und Knochenhautentzündungen. Bluthochdruck. Gefäßverkalkungen. Angina pectoris. Verhärtung drüsiger Organe. Depressive Verstimmungszustände.