Barium carbonicum

Synonym: Baryum carbonicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Bariumkarbonat

Verwendet wird Bariumcarbonat, BaCO3, MG 197,3. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Baryum carbonicum passt bei weinerlichen, ängstlichen und menschenscheuen Patienten.

Auf Baryum carbonicum weisen zahlreiche Symptome hin, wie: Schwäche und Langsamkeit der geistigen Tätigkeit. Alte Leute sind nicht mehr in der Lage beziehungsweise sie haben keine ausreichende Initiative mehr, ihren Haushalt zu besorgen oder anderweitig tätig zu sein.

Das Bild der Arteriosklerose und des lymphatischen Kindes gibt einen Hinweis auf Baryum carbonicum, ebenso wie Blepharitis ciliaris bei „Drüsenkindern“, dabei besteht große Empfindlichkeit gegen Kälte, Neigung zu immer wieder auftauchenden Anginen bei oft erheblicher Vergrößerung der Tonsillen.

Die Haut ist trocken „wie Pergament“, heiß, rissig werdend und sich an Handrücken und Fingerspitzen leicht abschälend. Aknepusteln in der Pubertät, Rhagaden an den Mundwinkeln. Verschlimmerung des Pruritus nachts.

Typisch ist der Speichelfluss nachts im Bett, das Kopfkissen nässend.

Nasenbluten beim Schnäuzen (typisch).

Klingen und Sausen vor den Ohren bei Schwerhörigkeit und Entzündung des äußeren Gehörganges.

Wie bei allen Karbonaten (Salzen der Kohlensäure) steht im Vordergrund die somatische Schwäche, Mattigkeit, Müdigkeit der Glieder und Tendenz zum „Einschlafen“ der Glieder (Durchblutungsstörungen). Auch Magen-Darmsymptome sind vorhanden. Sie äußern sich in typhösen, gastrischen, biliösen und enteritischen Fiebererscheinungen. Mundgeruch.

Über den Lungen finden sich – besonders bei skrofulösen Kindern – fast stets Erscheinungen einer chronischen Bronchitis mit anfallsweise auftretendem Husten morgens und abends. Die Beschwerden, welche durch Nachdenken über sein Leiden und durch Liegen auf der schmerzenden Seite (Pleuritis, Bronchitis) ausgelöst werden und die sich bei nasskaltem Wetter und bei Wetterwechsel verschlimmern, bessern sich durch Bewegung im Freien, obwohl kalte Luft selbst als unangenehm empfunden wird.

Aufgrund der Symptomatologie ist Baryum carbonicum ausgerichtet auf Erkrankungen der Kinder und der Greise. Bei letzteren findet sich oft auch ein „Altershusten“, eventuell mit salzigem, stärkeartigem Auswurf, wobei das Symptom auf das Mittel hinführen kann: Bei Katarrhen Gefühl, als würde Rauch eingeatmet.

Auch das besonders nachts auftretende Jucken (Unterschenkel, Nacken u.a.) weist auf das Mittel hin. Auch stinkender Fußschweiß erfordert (neben Silicea) ebenfalls Baryum carbonicum. Bei Ohrgeräuschen, Ohrensausen, Knacken, Krachen, Knallen im Ohr kann Baryum carbonicum Hilfe bringen.

Bei Durchfällen alter Leute, auch bei Dysenterie-ähnlichen Erscheinungen und in fast hoffnungslosen Fällen kann Baryum carbonicum noch rasche Hilfe bringen.

Baryum carbonicum ist eines der Mittel, die, sowohl bei Kleinkindern wie auch bei Greisen, zwischendurch angewandt (interponiert) werden sollten. Die konstitutionsregulierende Wirkung erfordert jedoch langdauerndes Einnehmen, zum Beispiel bei Fußschweiß (Silicea), bei chronischer Lymphadenitis, bei Nabelkoliken der Kinder, Ohrgeräuschen usw., auch bei Impotenz (Männer) und Abneigung gegen Koitus (Frauen).

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Barium carbonicum die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Entwicklungsverzögerung bei Kindern. Chronische Entzündung der Mandeln und der oberen Atemwege. Bluthochdruck. Gefäßverkalkung.