Crotalus horridus

Deutsche Stoffbezeichnung: Klapperschlange

Verwendet wird das schonend getrocknete Gift aus den Drüsensäcken des Oberkiefers der in Nordamerika lebenden Klapperschlange Crotalus horridus horridus L./Crotalidae.

Die Hauptindikationen sind: Blutungen aus Augen, Ohren, Nase und allen Organen, dunkel, flüssig. Frühjahrsverschlimmerung. Metrorrhagien im Klimakterium, Morbus Werlhof. Gehirnstörungen, macht Irrtümer beim Schreiben und Rechnen. Gelbfieber, Typhus, Entzündungen mit Gangrän und Sepsis. Herzschwäche. Toxischer Ikterus. Virushepatitis. Akute gelbe Leberatrophie.

Typisch für Crotalus ist die große Mattigkeit und Erschöpfung und die rasche Kräfteabnahme, die anfallsweise mit Ohnmachten, Zittern am ganzen Körper und mit Konvulsionen auftreten kann. Besonders die rechte Körperhälfte ist beteiligt. Die Verschlimmerung aller Beschwerden erfolgt in den frühen Morgenstunden. Dabei besteht eine reizbare Gemütsstimmung, wobei der Patient zu Rührung und zu ekstatischen Zuständen geneigt ist. Bei chronischen Affektionen besteht Gleichgültigkeit, Niedergeschlagenheit und Ängstlichkeit mit Unruhe und Menschenscheu.

Auf das Mittel hinführen kann das Unvermögen zu passender und korrekter sprachlicher Ausdrucksweise in Wort und Schrift und die Anwendung fehlerhafter Worte zur Bezeichnung der Begriffe, wie eine sonst nicht gekannte fehlerhafte Orthographie und eine ungewöhnliche Gedächtnisschwäche (Luesinum, Medorrhinum, Anacardium).

Schmerzen in der Stirn- und Schläfengegend, in den Augenhöhlen und in den Zähnen, eventuell mit Übelkeit und Erbrechen, werden durch frische Luft gebessert. Ein Vergiftungsbild nach Klapperschlangenbiss weist vornehmlich auch halbseitige Lähmungen auf, schnell wechselnde und häufig wiederkehrende Schmerzen, wobei vorzugsweise die Knochen von Schmerzen ergriffen sind. Auch ein Krampf der Kopfhaut mit Sträuben des Haares, Kinnbackenkrampf und schlaffes Herabhängen des Unterkiefers sind Crotalus-Symptome (Apoplexie).

Charakteristisch sind auch Katarrhe der Konjunktiva und eine Rötung des linken oberen Augenlides mit Hitze- und Brenngfühl, Tränen der Augen und ikterische Verfärbung der Skleren, häufig mit Pupillenerweiterung verbunden.

Im Vordergrund stehen die Blutaustritte aus Körperöffnungen, allgemein in die Haut (gelbe, rote, blaue, auch grünliche und schwarz-blaue Flecken mit juckenden Stichen an verschiedenen Stellen), allgemeine gelbsüchtige Hautfärbung und Blutergüsse aus dem Kapillarnetz der Haut, verbunden mit Ausschlag kleiner Pusteln an Gesicht, Rumpf und Gliedern mit ausgebreiteten blau-rötlichen Flecken und größeren Beulen mit Bildung jauchigen Eiters, auch allgemeine wassersüchtige Anschwellung der Haut und des Unterhautzellgewebes (Schlangenbisswirkung).

Dabei besteht eine schwache und heisere Stimme mit schmerzhafter Empfindlichkeit des Kehlkopfes bei Berührung, Dyspnoe, Husten mit Brustschmerzen und blutigem Auswurf, ferner übler Mundgeruch, Zahnfleischblutungen, vermehrte Speichelabsonderung.

Die Zunge ist trocken, braun und geschwollen, nur schwierig zu bewegen und zu artikulieren. Der Magen behält nichts als Gallerte, Kaffee und ein wenig Branntwein. Würgen und Erbrechen mit Aufstoßen und Schlucksen, Sodbrennen. Dabei bestehen Empfindlichkeit der Bauchdecken gegen Berührung mit Schmerzen in der Leber- und Milzgegend (Leptandra) sowie häufige dünne Stühle mit unwillkürlichen Stuhlentleerungen (Podophyllum, Aloe, Veratrum u.a.) und Blutungen aus dem Mastdarm.

Wenn sich typische Symptome finden, ist daher an die Anwendung von Crotalus auch bei Lähmungserscheinungen und krampfhaften Zuständen, bei Psychosen mit ekstatischen oder melancholischen Zuständen und vor allem auch bei akuter Cholangitis, Cholezystitis und Pankreatitis zu denken, ferner bei Skorbut und Hämophilie.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Crotalus horridus die folgenden Hauptindikationen für Crotalus im Bundesanzeiger veröffentlicht: Schwere Infektionen der Haut, der Schleimhäute. Neigung zu allgemeiner Blutvergiftung. Blutungen aller Art. Lähmungen.