Gnaphalium polycephalum

Synonym: Pseudognaphalium obtusifolium

Deutsche Stoffbezeichnung: Ruhrkraut

Verwendet werden die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen der in Nordamerika einheimischen Stammpflanze: Pseudognaphalium obtusifolium (L.) Hilliard et B. L. Burtt./Compositae.

Gnaphalium weist einige typische Symptome auf, die seine weit verbreitete Anwendung rechtfertigen würden, während im Allgemeinen lediglich die Anwendung bei Ischias erfolgt, wenn die Schmerzen von der Hüfte bis zu den Zehen strahlen, verbunden mit Taubheitsgefühl und Eingeschlafensein, wobei das taube Gefühl wechselt mit Schmerzen, Wadenkrämpfen und hexenschussartigen Beschwerden, verbunden eventuell mit Schweregefühl im tiefen Becken.

Es kann auch Rheumatismus in den Knien und Fußgelenken vorhanden sein. Auch Gichtanfälle in der großen Zehe reagieren eventuell günstig auf Gnaphalium.

Außerdem ist Gnaphalium noch indiziert bei Sommerdiarrhö der Kinder und auch bei dysmenorrhöischen Beschwerden, ferner bei Erscheinungen von Prostatahypertrophie, wenn die Blase nicht völlig entleert werden kann, Harndrang und Unruhe in den Beinen besteht, eventuell mit vermehrtem Geschlechtstrieb und häufigen Erektionen, wobei aber oft Impotenz vorliegt. Die letzteren Beschwerden sind im Allgemeinen kaschiert. Sie imponieren als rheumatische Beschwerden, nämlich als Unruhe in den Beinen mit Kribbeln in den Oberschenkeln, Taubheitsgefühl, zwischendurch eventuell stechenden Beschwerden, so dass sich allgemein die Anwendung von Gnaphalium bei Ischiasbeschwerden durchgesetzt hat.

Dabei können rheumatische Erkrankungen der Gesichtsnerven ebenfalls eine günstige Beeinflussung durch Gnaphalium erfahren. Auch Schwindel und dumpfer Schmerz im Hinterkopf, schießende Brustschmerzen, Wadenkrämpfe, rheumatische Schmerzen in Armen und Ellenbogen.

Dahlke weist auf die Indikation von Gnaphalium bei Morgendiarrhö hin.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Arzneimittelbild:

  • Ischiasneuralgien, verbunden mit Taubheitsgefühl, bis in die Fußzehen ausstrahlend. Wadenkrämpfe und Fußkrämpfe besonders im Bett. Rheumatische Knie- und Fußschmerzen. Gichtige Schmerzen in der großen Zehe. Rheumatische Beschwerden in Armen und Ellbogen.
  • Morgendiarrhö mit großer Erschöpfung. Mund pelzig. Übelkeit. Kollern und Blähungen.
  • Prostatabeschwerden mit Unruhe der Beine. Druck in der Nierengegend.
  • Vermehrte Erektionen und gesteigerte Libido. Dysmenorrhö. Schweregefühl im Becken.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Pseudognaphalium obtusifolium die folgenden Hauptindikationen für Gnaphalium polycephalum im Bundesanzeiger veröffentlicht: Rheumatismus. Ischiasschmerz. Nervenschmerzen. Durchfallerkrankungen.