Helleborus niger

Deutsche Stoffbezeichnung: Christrose

Verwendet werden die im Herbst oder nach dem Verblühen der Pflanzen im Frühjahr gesammelten und bei höchstens 30 °C vorsichtig getrockneten unterirdischen Organe von Helleborus niger L./Ranunculaceae.

Die Hauptindikationen sind: Melancholie. Psychosen. Fixe Ideen. Apathie. Hungerstreik. Mutismus (hartnäckiges Stillschweigen). Trösten verschlimmert. Akuter Hydrozephalus. Liegt auf dem Rücken, bewusstlos, die Beine hochgezogen. Augäpfel aufwärts gekehrt, unempfindlich, ständige Kaubewegungen. Delirien still. Enzephalitis (postvakzinös, post implantationem). Nephritis acuta und chronica. Ödeme. Hydrops. Aszites.

Nach Versuchen von V. Schroffs soll Helleborein primär die Ganglien des Plexus coeliacus und des Herzens bis zur kompletten Funktionslähmung affizieren.

Es findet sich große Schwere und Empfindlichkeit der Muskeln aller Glieder mit Schmerzen verschiedener Art an verschiedenen Körperstellen, dabei die Unfähigkeit, sich zu irgendeiner Tätigkeit aufzuraffen mit Gefühlsabstumpfung und ungewöhnlicher Steifigkeit der Extremitäten.

Auch Zittern, Muskelzucken und konvulsivische Bewegungen, besonders im Schlaf, sind charakteristisch, ebenso Krämpfe und plötzliches Zusammensinken oder Hinfallen ohne Bewusstseinsverlust mit kaltem Stirnschweiß.

Kollapszustände mit Kälte der Glieder, verlangsamtem Puls und verengten Pupillen und Ohnmachtsanfälle verschlimmern sich meist zur Abendzeit und bessern sich in frischer Luft.

Patienten, die Helleborus benötigen, zeigten meist eine gelbliche Gesichtsfarbe, ein blasses, eingefallenes Gesicht, auch wassersüchtige Haut- und Zellgewebsanschwellung mit Schmerzhaftigkeit einzelner Lymphknoten, Bläschenbildung auf der Stirn, an den Lippen, Pulsationen der Arterien.

Bei ausgeprägten Zuständen findet sich auch ein Ekel gegen Speisen mit Erbrechlichkeit und anhaltendem Würgen, Auftreibung des Bauches mit Harndrang und geringer Urinentleerung, Blähungsbeschwerden und schwieriger Entleerung harter Stuhlmassen mit Mastdarmschmerzen. Es kann sich kompensatorisch aber auch ein heftiger Durchfall mit gallig gefärbten Massen einstellen, wobei Übelkeit, Leibschmerz und Erbrechen sowie unwillkürlicher Stuhlabgang vorhanden sind mit gallertartigem Schleim.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Helleborus niger die folgenden Hauptindikationen für Helleborus im Bundesanzeiger veröffentlicht: Hirn- und Hirnhautentzündung. Akute Durchfallerkrankung. Nierenentzündung. Verwirrtheitszustände und Gemütsleiden.