Hydrastis

Synonym: Hydrastis canadensis

Deutsche Stoffbezeichnung: Kanadische Gelbwurz

Verwendet wird der getrocknete Wurzelstock mit dranhängenden Wurzeln der in schattigen Bergwäldern des atlantischen Nordamerika vorkommenden Stammpflanze: Hydrastis canadensis L./Ranunculaceae. Der Gehalt an Alkaloiden, berechnet als Berberin (C20H19NO5, MG 353,4) entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Hydrastis, Kanadische Gelbwurz, wird aus dem getrockneten Wurzelstock hergestellt und enthält drei Alkaloide: Hydrastin, Berberin, Canadin, außerdem Phytosterine, ätherisches Öl und Harze. Angewandt wird Hydrastis hauptsächlich bei schwerwiegenden Störungen der vegetativen Sphäre, auch bei Krebs und septischen Zuständen, bei langwierigen Katarrhen, Grippe mit starker Schleimsekretion, Husten, Nasenbluten und großer Schwäche sowie bei Magen- und Darmkatarrhen mit Geschwürsbildung, Leberaffektionen mit Ikterus, Zystitis, bei rosenartigen und ekzematösen Hauteruptionen, besonders wenn allgemeine Körperschwäche und Erschöpfung vorliegen, auch wandernde und festsitzende rheumatische Muskel- und Nervenschmerzen, besonders auch bei Erkrankungen des Uterus mit Fluor albus, bei Verhärtungen der Mammae, bei Neuralgien des Samenstranges und der Hoden.

Nash weist auf spezielle Indikationen für Hydrastis hin, zum Beispiel dicke, zähe, blutige Absonderungen aus der Nase, geschwollene, schlaffe Zunge mit Zahneindrücken und dem Gefühl wie verbrannt oder verbrüht, mit zähem, gelben Schleim in Choanen und Fauces sowie hinfälligem Gefühl im Magen mit anhaltendem Herzklopfen und klumpigen, mit Schleim bedeckten Stühlen.

Charakteristisch ist auch ein dumpfer Schmerz in der Nierengegend und dickes zähes Schleimsediment im Urin, oft verbunden mit Herzklopfen und Schwäche, besonders hochgradiger Muskelschwäche, Hitzegefühl im ganzen Körper, abwechselnd mit Frösteln.

Es ergeben sich für das klinische Bild kachektische Zustände mit Verdacht auf Dedifferenzierungsphasen, besonders bei völligem Versagen des Magens, ferner Uterusprolaps und Erosionen an der Zervix mit dickem Fluor, der gelb und zäh ist mit allgemeiner Schwäche. Auch bei Stomatitis nach Hg-Missbrauch sowie bei katarrhalisch bedingter Schwerhörigkeit, bei Ohrausfluss und Ohrensausen und auch bei chronischer Obstipation kann Hydrastis gute Wirkungen haben, besonders aber bei Fluor albus sowie bei sonstigen scharfen, wunden und ätzenden Absonderungen, wenn allgemeiner Kräfteverfall dabei vorliegt, wie zum Beispiel bei Krebs und krebsartigen Neubildungen, Knoten in verschiedenen Organen und Körperteilen, auch in der weiblichen Brust, ferner bei Pruritus vulvae, nach Angaben von Fellen-berg-Ziegler auch bei allgemeinem Kräfteverfall bei Pocken (zweistündlich ein Tropfen der Tinktur innerlich und einen Teelöffel Tinktur auf ein Glas lauwarmes Wasser zu Umschlägen, wodurch die Narbenbildung verhütet werden soll).

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Arzneimittelbild für Hydrastis:

  • Nässende Hautausschläge und Geschwüre mit übelriechenden Absonderungen, Jucken und Brennen, Katarrhalische Schleimhautaffektionen mit starker Absonderung. Conjunctivitis chronica. Stomatitis.
  • Katarrhalische Affektionen der Magenschleimhaut und der Bronchien mit kratzendem, rauem Husten. Schnupfen mit beständiger Schleimabsonderung, Brennen und Wundheitsgefühl.
  • Stockschnupfen. Nasengeschwüre. Cholesteatom. Otorrhö.
  • Atonische Obstipation. Chronische Zystitis und Urethritis. Fluor albus.
  • Verdacht auf krebsartige Entartung. Knoten in den Brüsten und in anderen Organen. Abmagerung bei gutem Appetit. Allgemeiner Kräfteverfall.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Hydrastis canadensis die folgenden Hauptindikationen für Hydrastis im Bundesanzeiger veröffentlicht: Schleimhauteiterung auch mit Geschwürbildung. Entzündungen und Koliken des Leber-Galle-Systems und des Magen-Darm-Kanals. Polypen.