Hydrochinonum

Deutsche Stoffbezeichnung: Hydrochinon

Verwendet wird Hydrochinon (1,4-Dihydroxy-benzol), C6H6O2, MG 110,14.

Die Hauptindikationen sind: Störungen in der Sauerstoffutilisation. Imprägnationsphasen. Präkanzerose. Asthma bronchiale. Dermatosen.

Wie alle Chinone ist Hydrochinon bei Imprägnationsphasen indiziert, wobei die für die Störung in der Atmungskette charakteristische Dyspnoe beobachtet werden kann. Hydrochinon ist daher neben Acidum a-ketoglutaricum und Benzochinon indiziert, um Behinderungen bei der Zellatmung zu kompensieren. Auch die fortschreitende Dyspnoe und Herzschwäche bei Lungenkrebs sprechen hier an. Die Dosis darf jedoch nicht zu stark gewählt und keinesfalls zu häufig verabreicht werden, da es zu blutigem Auswurf von stark käsigem Geruch kommen kann (Cave: innere Blutungen).

Für die Chinone gilt: eher seltene Gaben (z.B. einmal monatlich), wobei die Nachwirkung vor der erneuten Gabe abgeklungen sein soll.

Depressive Stimmungslagen im jugendlichen Alter und Nachlassen der Konzentration können durch Kombination von Aurum mit Hydrochinon günstig beeinflusst werden, ebenso pektanginöse Beschwerden, Altersherz und Gefäßsklerose, am besten in Kombination mit Acidum malicum.

Wie alle Chinone ist auch Hydrochinon bei toxischen Belastungen des Leberparenchyms indiziert, zum Beispiel bei Ikterus verschiedener Genese, bei chronischer Cholezystitis und Störfeldern im Magen-Darm-Bereich sowie nach Arzneimittelmissbrauch und damit in Verbindung stehenden Nierenschäden (nach Barbituraten und nach Phenazetin).

Bei Unterentwicklung der Geschlechtsorgane mit Adipositas können Testis bovis (oder Ovarium suis) in Verbindung mit Baryum oxalsuccinicum, Hydrochinon, Hypophysis suis und Luesinum, auch nach erfolgter Antibiotikatherapie der Gonorrhö, gut wirken.

Wie die meisten Chinone wirkt auch Hydrochinon auf chronische, trockene Ekzeme, besonders wenn diese beim geringsten Diätfehler exazerbieren. Typisch sind Schuppen, juckende Hautflächen ohne besondere Rötung, ferner fettige Gesichtshaut und rissige, hornige Hautveränderungen sowie Störfelder im Bereich der Kiefer, bei welchen nebenher die geeigneten Nosoden eingesetzt werden sollen (Kieferostitis-Nosode, Granuloma dentis-Nosode u.a.).