Lithium carbonicum

Deutsche Stoffbezeichnung: Lithiumkarbonat

Verwendet wird Lithiumcarbonat, Li2CO3, MG 73,9. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Die aus Lithiumkarbonat hergestellten Verreibungen und flüssige Potenzen haben eine hervorstechende Wirkung auf das Bewegungssystem, auf Knochen, Gelenke und Muskeln. Charakteristisch sind Mattigkeit, Kräftemangel und Schwächegefühl, verbunden mit Lähmigkeit und Steifigkeit aller Glieder, wobei die Lithiumsalze speziell auf gichtig-rheumatische Erkrankungen wirken. Gichtige Beschwerden in Füßen und im Kreuz, verbunden mit Angst und Unruhe, stören den Schlaf.

Ebenso wie an den Fußgelenken finden sich auch stechende und klopfende Schmerzen in Hand- und Fingergelenken, ferner Schmerzen in den Schultern sowie Kreuz- und Lendenschmerzen. Oft sind die rheumatischen Beschwerden auch mit Herzbeschwerden gekoppelt, vielfach dadurch hervorgerufen, dass übliche Tabletten gegen die Schmerzen eingenommen werden und nun im Sinne der progressiven Vikariation homotoxische Verlagerungen auf das Endokard erfolgten.

Charakteristisch sind Rötungen und Anschwellungen der Zehen- und Fingergelenke nach Art des akuten Gichtanfalls, wobei sich häufig auch Katarrhe im Verdauungstrakt finden mit Meteorismus, übelriechenden, durchfälligen Stühlen nachts und stechenden Schmerzen in der Gegend des Anus und am Damm. Auch drückende Schmerzen in der Harnblase mit dunklem Urin, eventuell mit bedeutenden Ablagerungen von Schleim im Urin sind für Lithium carbonicum charakteristisch.

Typisch für Lithium carbonicum ist auch das Auftreten von heftigen Herzschmerzen beim Beugen des Rumpfes sowie beim Urinieren oder auch bei der Menstruation (Nash).

Mezger erwähnt als Leitsymptome noch das häufige Harnlassen mit Brennen in der Harnröhre, trübem Harn mit viel Schleim und rotbraunem Satz sowie die Besserung durch Essen (Kopf und Magen) und durch Harnlassen (Herzschmerzen).

Stauffer weist noch auf die Augensymptome von Lithium carbonicum hin, nämlich halbseitiges Sehen wegen Affektionen der rechten Seite der Netzhaut, ferner darauf, dass Salizylate wie zum Beispiel Lithium salicylicum, aber auch Lithium benzoicum und andere, ebenso wie lithiumhaltige Quellwässer mehr oder weniger typische Heilmittel bei verschiedenen gichtigen Affektionen sind, wobei Lithium benzoicum besonders bei scharfem und trübem Harn wirksam ist, auch bei subakutem Rheumatismus und bei Tophi, ebenso bei Trigeminusneuralgien, wenn die entsprechende Harnbeschaffenheit vorliegt. Stauffer erwähnt noch, dass die Gichtpatienten die strengste Abstinenz von Alkohol auf sich nehmen sollen.

Wenn die Hauptsymptome von Lithium carbonicum zusammengefasst werden, so ergibt sich folgendes typische Arzneimittelbild:

  • Gichtig-rheumatische Affektionen. Akuter Gichtanfall mit Ergriffensein der kleinen Zehen- und Handgelenke.
  • Gichtig-rheumatische Affektionen auch der großen Gelenke, speziell der Hüften und des Schultergürtels sowie der Kniegelenke.
  • Herzschmerzen auf gichtig-rheumatischer Grundlage, schlimmer beim Beugen des Rumpfes, durch Harnlassen gebessert.
  • Blasentenesmen mit trübem, schleimigem, braunem Sediment (Pyelitis mit harnsaurer Grießbildung).
  • Allgemeine Katarrhe im Verdauungskanal (auch der Nase). Übelriechende Diarrhöen nachts.
  • Schwachsichtigkeit, Halbsichtigkeit rechts mit Reizung der Konjunktiva und teilweiser Lähmung der Netzhaut.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Lithium carbonicum die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Gicht: Nierenleiden bei vermehrter Harnsäure im Blut. Rheumatische Erkrankungen.