Ranunculus bulbosus

Deutsche Stoffbezeichnung: Knollenhahnenfuß

Verwendet wird die ganze, frische, blühende, in Europa und Nordamerika vorkommende Stammpflanze: Ranunculus bulbosus L./Ranunculaceae.

Ranunculus bulbosus, der Knollige Hahnenfuß, zur Familie der Ranunculaceen gehörend, wird bei rheumatisch-neuralgischen Erscheinungen angewandt, ebenso bei Hauteruptionen, speziell Blasenausschlägen, die in dichten Gruppen zusammenstehen (Herpes zoster mit Brennen und Jucken).

Dabei können Schwindelanfälle, Benommenheit des Kopfes und Schweregefühl vorhanden sein, stechende und reißende Kopfschmerzen mit Blutandrang sowie Brennen und Jucken der Augenlider mit Rötung, ferner Ohrenschmerzen in der Tiefe des Gehörganges und in der Gegend des Trommelfelles.

Charakteristisch sind die Beschwerden in den Brustmuskeln mit Ziehen im Nacken und in der Achsel, Zerschlagenheitsschmerz im Kreuz, auch die Empfindung zuckender und reißender Schmerzen im rechten Unterarm und in den kleinen Handmuskeln. Dabei kann Blasenbildung an den Fingern vorhanden sein, ebenso aber auch sind ziehende Schmerzen in der Hüfte, an der inneren Seite des Knie- und Fußgelenkes sowie pulsierende Stiche in der Ferse mit Klammschmerz in den Wadenmuskeln, mit Schwäche und Einknicken der Beine, Fersenschmerz wie von äußerem Druck typisch für Ranunculus.

Auch kann Schnupfen mit zähem Schleimausfluss vorliegen, eventuell auch geschwürige Nasenschleimhaut mit Rötung und schmerzhafter Anschwellung der Nasenspitze, wobei sich meistens die charakteristischen Brustbeschwerden mit Kurzatmigkeit und Brustbeklemmung finden, so dass der Patient beim Husten die Brust mit den Händen halten muss (Bryonia). Ranunculus ist daher auch ein gutes Mittel bei Adhäsionen nach Pleuritis.

Typisch für Ranunculus sind brennende und drückende Schmerzen sowie ein Zerschlagenheitsschmerz, der sich besonders in der Unterrippengegend rechts und links äußert, wobei auch gastrische Symptome mit Darmentleerungen, Aufstoßen und Übelkeit, Brennen im Magen, Geräusche im Bauch und Hämorrhoidalblutungen vorkommen können sowie Erektionen und Pollutionen in den frühen Morgenstunden.

Ranunculus bulbosus ist daher hauptsächlich bei Erkrankungen neuralgisch-rheumatischer Art mit krampfhaften und lähmungsartigen Erscheinungen indiziert, bei gichtigen Beschwerden, aber auch bei nässenden Ekzemen und Blasenausschlägen (bei Herpes zoster und auch bei Pemphigus und speziell auch bei Schnupfen mit roter, geschwollener Nase). Dabei verschlimmern sich die Beschwerden von Temperaturwechsel und von feuchtem Wetter. Die Hautausschläge sind häufig auch in den Handinnenflächen in Form abschilfernder Blasenausschläge vorhanden.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Arzneimittelbild:

  • Interkostalneuralgien und Rheumatismus der Brustmuskeln. Diskusprolaps im Bereich der Brustwirbelsäule, aber auch allgemein.
  • Pleuritis trocken oder mit serösem Erguss und konsekutive Adhäsionen und pleuritische Beschwerden.
  • Hauteruptionen bläschenförmiger Art, speziell Herpes zoster und Pemphigus (nach Dahlke besonders bei Kindern). Auch bei Epitheliom und Hautkrebs zu versuchen als Nebenmittel. Blasenausschläge in den Handflächen.
  • Chronischer Gelenkrheumatismus und gichtige Erscheinungen.
  • Fressender akuter Fließschnupfen, eventuell wochenlang sich hinziehend mit roter entzündeter Nase.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Ranunculus bulbosus die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Viruserkrankungen der Haut und Hornhaut des Auges. Erkrankung des Brustfelles. Rheumatismus im Brustkorbbereich. Nervenschmerzen.