Rhododendron

Deutsche Stoffbezeichnung: Alpenrose

Verwendet werden die getrockneten, beblätterten Zweige von Rhododendron campylocarpum HOOKER und von Rhododendron aureum GEORGI (Syn. Rhododendron chrysanthum PALLAS/Ericaceae oder von Hybriden beider Arten.

Dieses äußerst wichtige Heilmittel zeigt eine typische Verschlimmerung aller Beschwerden bei windigem Wetter, bei nasskaltem Wetter, speziell vor Eintritt von Regen, jedoch auch bei sonstigen Witterungswechseln und vor Gewitter.

Dabei treten die Beschwerden periodisch ein und verändern häufig ihren Ort. Bei Gliederschmerzen gehen die Beschwerden häufig von kleineren, umschriebenen Stellen der Knochenhaut aus, verbunden mit Ziehen in der Tiefe der Knochen, eventuell auch Parästhesien und zuckenden Empfindungen. Dabei bestehen Abspannung, Zerschlagenheitsgefühl und Mattigkeit nach geringsten Anstrengungen.

Auffallend ist immer wieder die große Empfindlichkeit gegen Kälte und Wind und die Erneuerung der Beschwerden bei rauer und veränderlicher Witterung.

Die Gemütsstimmung ist häufig gleichgültig, verdrießlich, unlustig.

Reißend-zuckende Gesichtsschmerzen, Zahnschmerzen, die durch Wärme gebessert werden und auch nach den Mahlzeiten für ein bis zwei Stunden aufhören können, erfordern vielfach Rhododendron.

Außer den Knochen-, Muskeln- und Gelenkschmerzen sind auch Herzbeschwerden für Rhododendron charakteristisch, wobei das Herz oft stärker schlägt, vielfach typisch charakterisiert durch Verschlimmerung der Beschwerden vor Eintritt von Wetterwechsel.

Auch Bläschenausschläge finden sich bei Rhododendron, ferner Epididymitis und Hodenschmerzen mit einem Gefühl wie gequetscht, wobei diese Beschwerden auch in der Glans penis auftreten können. Rhododendron wirkt daher auch bei spezifischer Genese (neben Penicillin). Auch bei Hydrozele im Kindesalter hat es sich gelegentlich bewährt.

Da auch das Nervensystem beeinträchtigt ist und Schlafstörungen bei der Arzneiprüfung beobachtet wurden, kann Rhododendron auch bei Schlaflosigkeit, vor allen Dingen bei solcher, die auf rheumatischer Grundlage beruht beziehungsweise durch Auftreten von rheumatischen Beschwerden verursacht wird, angewendet werden, speziell wenn die Patienten vor motorischer Unruhe nicht einschlafen können.

Im Allgemeinen ist Rhododendron ein Antirheumatikum, kann aber auch bei gichtigen Ablagerungen eingesetzt werden und speziell bei primärchronischer Polyarthritis, wo Rhododendron eines der Hauptheilmittel darstellt, besonders bei Deformationen in den kleinen Gelenken (Finger). Dabei hat Rhododendron außer der Verschlimmerung während der Ruhe, die am Schlafen hindert, eine Besserung während der Bewegung (wie Rhus toxicodendron).

Rhododendron hat überhaupt außerordentlich viele Ähnlichkeiten mit Rhus toxicodendron, jedoch sitzen die Schmerzen von Rhododendron tiefer, sind an der Knochenhaut lokalisiert.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Hauptsymptome:

  • Rheumatikum mit typischer Verschlimmerung vor Regenwetter und Wetterwechsel allgemein.
  • Verschlimmerung der Beschwerden nachts und in der Ruhe, Besserung bei fortgesetzter Bewegung. Dabei sitzen die Schmerzen tief, wie von der Knochenhaut ausgehend.
  • Spezielle Lokalisation (primär-chronische Polyarthritis) an den kleinen Gelenken (Finger), Armneuralgien.
  • Bläschenausschläge.
  • Hodenaffektionen. Epididymitis. Samenstrangneuralgien. Folgen von Gonorrhö und Lues (neurale Affektionen).
  • Herzbeschwerden mit stark klopfendem oder stärker schlagendem Herzen, verbunden eventuell mit Angstgefühlen und Verschlimmerung vor Wetterwechsel.
  • Reißend-zuckende Gesichtsschmerzen durch Zahnschmerzen mit Besserung nach dem Essen und durch Wärme.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Rhododendron die folgenden Hauptindikationen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Rheumatismus. Nervenschmerzen. Hodenentzündungen