Selenicereus grandiflorus

Synonym: Cactus

Deutsche Stoffbezeichnung: Königin der Nacht

Verwendet werden die jungen Stengel und Blüten der wild in Mittelamerika, als Topfpflanze wegen der schönen, nur wenige Stunden einer Nacht geöffneten Blüten, häufig gezogenen Stammpflanze Selenicereus grandiflorus [L.] Britt. et Rose/Cactaceae.

Selenicereus grandiflorus, ein großblumiger Säulenkaktus (Königin der Nacht), enthält einige Harze, jedoch kein Alkaloid oder Glykosid und gilt als nichttoxisch.

Ein wichtiges Symptom beherrscht das gesamte Mittel, nämlich das Gefühl des Zusammenschnürens, Zusammenkrampfens beziehungsweise des Umschnürens wie mit einem eisernen Ring, wobei sich dieses Symptom nicht nur am Herzen findet, sondern auch am Kopf, im Schlund, am Zwerchfell, Blasenhals, Uterus oder auch am Mastdarm. Allgemein jedoch überwiegen Herzsymptome mit Neigung zu Herzschwäche und allgemein heftigen Zirkulationsstörungen und Verschlimmerung beim Linksliegen, wobei heftiges Herzklopfen aufzutreten pflegt.

Auch Blutungen, die mit Herzerkrankungen im Zusammenhang stehen, pflegen durch Cactus günstig beeinflusst zu werden.

Ferner werden Zustände von Emphysem mit Brustbeklemmung oder erschwertem Atem, als ob die Brust nicht ausgedehnt werden könne, durch Cactus günstig beeinflusst, ebenso wie periodische Erstickungsanfälle, die mit Ohnmächtigwerden und kaltem Gesichtsschweiß, sogar mit völliger Pulslosigkeit einhergehen können.

Das bei Angina pectoris so oft bemerkte Symptom Taubheitsgefühl im linken Arm wird ebenfalls durch Cactus günstig beeinflusst.

Es sind noch sonstige Symptome von Cactus zu erwähnen, die jedoch als nebensächlich gelten können, es sei denn, dass sie mit den charakteristischen Herzbeschwerden gleichzeitig in Erscheinung treten, wie zum Beispiel schmerzhafte Menstruation mit reichlichem, teerartigem Menstruationsblut, dabei Schmerzen in der Brustdrüse, pulsierenden und ziehenden Schmerzen im Uterus und in den Ovarien, die bis nach oben in den Magen ziehen oder auch bis in die Schenkel ausstrahlen, ferner unwillkürlicher Harnabgang während des Schlafes und häufiger Drang zum Urinieren, auch periodische Trübsichtigkeit, Blutkongestionen zum Gehirn, eventuell auch Lungenblutungen. Jedoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese Beschwerden, ebenso wie Mattigkeit und Schlaflosigkeit, verschlossene und schweigsame, trübe und melancholische Gemütsstimmung meistens im Zusammenhang mit den geschilderten Herzsymptomen auftreten beziehungsweise bei Herzerkrankungen vorliegen, die dann eventuell Cactus als Arzneimittel benötigen.

Die wichtigsten Symptome sind folgende:

  • Krampfende Beschwerden mit Zusammenziehen, wie von einer eisernen Klammer umfasst, besonders am Herzen auftretend (Angina pectoris), aber auch im Mastdarm, Blasenhals, Uterus, Zwerchfell, Kopf, Schlund, Magen usw.
  • Blutungen aus allen Körperhöhlen, besonders bei Stauungen und Herzaffektionen, auch Lungenblutungen und Menstruationsblutungen.
  • Pulsierender Kopfschmerz, wie ein schweres Gewicht auf dem Scheitel. Pulsieren durch den ganzen Körper, am Schlafen hindernd.
  • Druckgefühl, wie von einer Last in der Brust. Wie eine Last auf dem Scheitel.
  • Gastrokardialer Symptomenkomplex mit Herzbeengungen, Pulsationen in der Magengegend, Übelkeit und Aufstoßen, eventuell Bluterbrechen (akute oder chronische Stauungsleber).

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Selenicereus grandiflorus die folgenden Hauptindikationen für Cactus im Bundesanzeiger veröffentlicht: Krämpfe der Muskulatur, der Gefäße, der Hohlorgane. Schleimhautblutungen. Organische und funktionelle Herzkrankheit. Gefäßverkalkung. Bluthochdruck.