Stibium sulfuratum nigrum

Synonym: Antimonium crudum

Deutsche Stoffbezeichnung: Schwarzer Spießglanz

Verwendet wird Antimon(III)-sulfid, Sb2S3, MG 339,7. Der Gehalt entspricht den Anforderungen des gültigen HAB.

Schwarzer Spießglanz oder Antimonium crudum weist in seinem Arzneimittelbild charakteristische Symptome auf, die einigen zum Teil schwer zu beeinflussenden Krankheitsbildern entsprechen. Durch den Einsatz des richtigen Mittels, wie beispielsweise Antimonium crudum, kann trotzdem eine rasche und grundlegende Änderung in solchen schweren Krankheitsfällen ermöglicht werden.

Typisch für Antimonium crudum sind gastrische Erscheinungen, zum Beispiel das azetonämische Erbrechen, ferner Diarrhöen, wechselnd mit Obstipation und Schleimhämorrhoiden, wobei fast stets die typische, dick-belegte, kalkweise Zunge vorliegt. Charakteristisch ist ferner die Verschlimmerung der Beschwerden, speziell der Magenbeschwerden, durch Sommerhitze und nach Kaltbaden. Auch Zahnschmerzen, die – meist im Sommer – nach dem Schwimmen besonders nachts auftreten, reagieren oft überraschend schnell auf wenige Gaben des Mittels.

Antimonium crudum ist ferner oft bei Kindern indiziert, die gereizt und mürrisch sind und es nicht vertragen angesehen oder berührt zu werden. Oft sind die Nasenlöcher und Mundwinkel aufgesprungen und schorfig. Auch wenn die Fingernägel verkrüppelt wachsen, gespalten sind und hornartige Auswüchse aufweisen, ist Antimonium crudum indiziert. Bei Hühneraugen hat sich Antimonium crudum als Konstitutionsmittel ebenso bewährt wie bei Warzen, wenn hier andere Mittel wie Thuja, Acidum nitricum und Causticum versagten. Auch chronische Blepharitis mit Rötung der Augenlider reagiert auf Antimonium crudum. Ferner hat sich Antimonium crudum bei chronischer Arthritis und Coxitis in vielen Fällen bewährt. Wir haben in Antimonium crudum ein großes Heilmittel vor uns, dessen wichtigste Symptome man wie folgt kategorisieren kann:

  • Kalk-weiß-belegte Zunge.
  • Azetonämisches Erbrechen. Gastritis und Enteritis. Magenschmerzen (besonders nach Kaltbaden im Sommer).
  • Verschlimmerung aller Beschwerden durch Sonnenhitze und Kaltbaden (auch Zahnschmerz bei stark kariösen Zähnen nachts, Magenschmerzen, Rheumatismus, Koxitis usw.). Zahnschmerz durch Essen und kalte Getränke schlimmer (Pulpitis purulenta).
  • Mundwinkel und Nasenlöcher aufgesprungen, schorfig.
  • Fingernägel gespalten. Hornhaut, Schwielen und Clavi an den Füßen. Warzen.
  • Sentimentale oder (bei Kindern) gereizte Stimmung.
  • Nägelkauen der Kinder.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Stibium sulfuratum nigrum die folgenden Hauptindikationen für Antimonium crudum im Bundesanzeiger veröffentlicht: Verdauungsstörungen. Hauterkrankungen. Rheumatismus