Symphytum officinale

Synonym: Symphytum officinale e radice

Deutsche Stoffbezeichnung: Beinwell

Verwendet wird die frische, vor Beginn der Blüte gesammelte Wurzel der auf feuchten Wiesen und an Gräben in Europa und Sibirien anzutreffenden Stammpflanze: Symphytum officinale L./Boraginaceae.

Die aus Symphytum zubereitete Tinktur enthält verschiedene Alkaloide, Allantoin, Asparagin, Schleimstoffe, Gerbstoffe und Fructose.

Symphytum ist ein ausgesprochenes Volksheilmittel; es wurde nicht geprüft und wird von alters her bei Knochenverletzungen und Knochenbrüchen angewandt, auch wenn das Periost in Mitleidenschaft gezogen ist, sei es durch Druck, Stoß, Fall, Quetschung oder auch bei Schädigungen der Sehnen- und Gelenkbänder sowie bei Irritabilität des Stumpfes nach Amputation (Fellenberg-Ziegler).

Symphytum fördert die Kallusbildung ebenso wie Calcium phosphoricum.

Nicht nur bei reizbarem Amputationsstumpf (Kausalgien), sondern auch bei Empfindlichkeit der Knochen an der Bruchstelle wird Symphytum erfolgreich eingesetzt.

Auch Hinterkopfschmerzen, die wandern und eventuell über den Scheitel bis in die Stirn ziehen (ähnlich wie bei Cimicifuga) sowie am Nasenknochen herunterlaufen, reagieren auf Symphytum.

Eine Entzündung des Unterkieferknochens mit harter Infiltration und Rötung ist ebenfalls eine Indikation für Symphytum (Boericke). Besonders empfohlen wird Symphytum bei Augenschmerzen, die nach einem Schlag oder Stoß mit einem stumpfen Gegenstand auftreten sowie allgemein bei Augenverletzungen, wobei Symphytum geradezu als spezifisch indiziert ist.

Dabei kann sich eine Geschwulst des Augapfels finden oder zumindest das Gefühl einer Geschwulst und krampfhaftes Verschließen der Augenlider.

Heinigke erwähnt als Indikation Psoasabszess infolge tuberkulöser Erkrankung der Wirbel; neben Entzündungen des Unterkieferknochens sind allgemein Knochenhautentzündungen infolge Verletzungen (sonst Ruta) eine Indikation für Symphytum. Auch soll Symphytum bei Rückenschmerzen nach sexuellen Ausschweifungen wirken sowie bei der Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren nützlich sein.

Die wesentlichen Symptome und Indikationsgebiete von Symphytum sind demnach folgende:

  • Knochenbrüche jeder Art, besonders der langen Röhrenknochen (Beine), vornehmlich dann angezeigt, wenn die Bruchstellen sehr schmerzhaft sind (auch noch nach Heilung anhaltende Schmerzhaftigkeit). Reizbare Amputationsstümpfe (Kausalgien).
  • Psoasabszess infolge tuberkulöser Erkrankung der Wirbel. Entzündung des Unterkieferknochens. Knochenhautentzündungen infolge Verletzungen.
  • Augenverletzungen nach Kontusion oder Schlag.
  • Kopfschmerzen im Hinterkopf wechselnd und nach vorn ziehend, dem Nasenknochen entlang nach unten.

Kommission-D-Monographie

Die Aufbereitungskommission D hat in ihrer Monographie Symphytum officinale die folgenden Hauptindikationen für Symphytum im Bundesanzeiger veröffentlicht: Knochen- und Knochenhautverletzungen