Ubidecarenonum

Synonym: Ubichinon

Deutsche Stoffbezeichnung: Coenzym Q10

Verwendet wird Ubichinon, Coenzym Q10,C59H90O4, MG 863,4.

Ubichinon, welches eine wichtige Funktion beim Elektronentransport der Atmungskette einnimmt, ist eines der am häufigsten benötigten Chinone für die Allgemeinpraxis, da bei vielen Menschen Stoffwechselstörungen vorliegen.

Aus zahlreichen tierischen Organen, Mitochondrien, Hefe usw. isolierte Substanzen chinonartiger Natur (2,3-Dimethoxy-5-methylbenzochinon mit einer isoprenoiden Seitenkette) sind in die Atmungskettenphosphorylierung eingeschaltet. Ubichinon hat einen kräftigen Regenerationseffekt auf blockierte Atmungsfermente und ist daher indiziert bei allen Imprägnations-, Degenerations- und Dedifferenzierungsphasen, auch bei Viruskrankheiten u.a.

Es ergänzt sich gut mit Acidum fumaricum, da beide Stoffe voneinander abhängig sind. Der dem Arzneimittelbild von Ubichinon entsprechende Typ sieht wohlgenährt aus, ist rotwangig und zunächst noch von kräftiger Statur, hat Übergewicht und eine Anlage zu entzündlichen Erkrankungen. Es besteht eine Empfindlichkeit gegen Erkältungskrankheiten, besonders der Luftwege sowie eine Anlage zu eitrigen, geschwürigen Prozessen an der Haut und den inneren Organen. Ubichinon wirkt bei allen Störungen im Bereich der Verdauung, bei erhöhtem Cholesterinspiegel und bei der Unfähigkeit, Aminosäuren aus der Nahrung voll auszuwerten. Diese Krankheiten, die sich durch Mangelerscheinungen im Eiweißstoffwechsel zeigen, lassen sich durch Ubichinon gut beeinflussen.

Außer entzündlichen Hauterkrankungen, vom Wundsein der Säuglinge bis zur bösartigen, nässenden Hautentartung im Greisenalter, die Ubichinon verlangen, sind auch chronische eitrige Prozesse der Schleimhäute mit Veränderungen des weißen Blutbildes und erhöhter Blutsenkungsgeschwindigkeit eine Indikation für Ubichinon, ebenso septische Erkrankungen jeder Art mit hohem Fieber und der Gefahr von Phlegmonenbildung, wobei nur flache Atmung besteht, der Urin faulig riecht oder auch Harnverhaltung vorliegt mit urämischem Kopfschmerz.

Auch bei Impfschäden nach der Pockenschutzimpfung oder wenn starke Impfreaktionen vorgelegen haben, kann Ubichinon eine völlige Umstimmung bringen.

Ferner kann die narbig abheilende Akne vulgaris, unreine, fettig glänzende Gesichtshaut, die von eitrigen Pusteln übersät ist, wobei häufig eine Neigung zu heftigen Kopfschmerzen besteht, durch Ubichinon günstig beeinflusst werden.

Der Ubichinon-Typus neigt zu Apoplexie. Dieses deutet sich oft schon durch schlechtes Gedächtnis und Gefäßsymptome an, die bei hohem Cholesterinspiegel entstehen. In diesen Fällen ist Arnica ein gutes Komplementärmittel.

Bei chronischen Schleimhautentzündungen und -eiterungen mit wundmachenden Sekreten, bei septischen Erkältungskrankheiten, absteigender Bronchitis, auch zur Nachbehandlung von Tuberkulose (Tuberkulostatika), bei hochfieberhafter Pneumonie und bei Asthmaanfällen (nicht so bedrohlich wie bei Acidum fumaricum oder den übrigen Chinonen), bei quälendem nächtlichen Husten, der besonders bei jeder Bewegung ausgelöst wird, ist Ubichinon indiziert.

Zu den Augen hat Ubichinon spezielle Beziehungen, zum Beispiel zu Konjunktivitis, ist aber auch bei Toxoplasmoseinfektionen, Verätzungen der Hornhaut, Lähmungen der Augenmuskeln nach Diphtherie und bei kindlichem grauem Star angezeigt und kann auch bei Glaukom und Netzhauterkrankungen vielfach erfolgreich eingesetzt werden.

Otitis media, Mastoiditis und Otosklerose sowie Gehörgangsekzeme mit übelriechendem Sekret und Katarrhe der Eustachischen Röhre mit der Empfindung, als wenn das Ohr innerlich juckt, sind Indikationen für Ubichinon.

Ubichinon hat Beziehungen zum Vagus und kann die Vagotonie durch Umschaltung auf die sympathikotone Phase ausgleichen, was sich vielfach auch als Aktivierung von verkappten Krankheitsherden zeigen kann und was sich besonders bei Neuralgien und Neuritiden mit starken Schmerzen günstig auswirken kann. Über der befallenen Stelle kann sich eine Rötung der Haut entwickeln oder es kann sich sogar ein Herpes zoster oder ein Herpes simplex ausprägen.

Rückenschmerzen in der Gegend der Lendenwirbel und des 3. und 4. Brustwirbels und fortschreitende Multiple Sklerose erfordern Ubichinon, aber auch Nervensymptome der Säufer mit moralischem Zerfall, geröteter Gesichtshaut oder gelb-weißer Verfärbung, wobei Ubichinon Süchtigen zu einem neu aufkeimenden Willen verhelfen kann.

Ubichinon kann auch postoperativ der Emboliegefahr vorbeugen, da es eine rutinähnliche Wirkung auf die Gefäßwände hat und innerhalb weniger Minuten bei passender Indikation wirkt, besonders wenn es intravenös gespritzt wird.

Eine wichtige Indikation ist auch die während der Stillzeit nach Geburten auftretende, sehr schmerzhafte Mastitis mit reichlicher Eiterabsonderung. Ebenso kann Ubichinon bei Furunkulose günstig wirken.

Auf den Verdauungskanal wirkt Ubichinon bei Störungen der Fermentation, Gärungsdyspepsie, Sodbrennen nach Fleischgenuss und fetten Speisen, fauligem Aufstoßen noch Stunden nach dem Essen, bei Magengeschwüren mit geringer Heilungstendenz, besonders auch bei Enteritis acuta, während durch Anthrachinon auch die degenerativen Darmerkrankungen beeinflusst werden. Eine Indikation für Ubichinon bei Darmerkrankungen ist besonders die Vikariation mit Hautaffektionen, zum Beispiel bei Darmstörungen nach zurückgetriebenen Ekzemen.

Auch bei Nierenschäden nach Impfungen, nach Operationen, bei Schwäche des Blasenschließmuskels und Harnträufeln, Blasenpapillomen mit plötzlich einsetzenden Blutungen und nach jeder Antibiotikabehandlung sollte Ubichinon zwischendurch eingesetzt werden, ebenso wie nach üblicher Therapie der Lues und nach verschleppter Gonorrhö, besonders wenn die Hautausscheidungen schlecht riechen und mit Ekzematisation verbunden sind oder auch Krebs der Genitalien vorliegt sowie bei geschwürigen Zerfallserscheinungen von Brustkrebs, auch wenn die Wunden nach Krebsoperationen nicht heilen wollen und chronisch eitern.

Sämtliche entzündlichen Hauterkrankungen lassen sich durch Ubichinon bessern. Akne vulgaris. Nässende Ekzeme mit unerträglichem Juckreiz. Pustelbildung. Seborrhö und Haarausfall. Hartnäckige Hodenekzeme, Hautkrebs mit Absonderungen jauchiger Flüssigkeiten, auch Wundsein der Säuglinge und Entzündungen durch wenig Seifenreste geben einen Hinweis auf Ubichinon.

Allgemein gesehen ist Ubichinon indiziert bei schwerer Homotoxinbelastung in den zellulären Phasen, bei denen die eigenen Abwehrleistungen nicht mehr ausreichen, um die Homotoxine beziehungsweise die deren Entstehung zugrundeliegenden Fermentblockaden zu kompensieren. Bei allen zellulären Phasen ist daher Ubichinon compositum zwischendurch oder dauernd anzuwenden.